Future Brown - Future Brown - Cover
Große Ansicht

Future Brown Future Brown


  • Label: Warp/Rough Trade
  • Laufzeit: 36 Minuten
Artikel teilen:
3/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Elektronisches Gefrickel als lieblose Hülle für einen uninspirierten HipHop- und R&B-Bastard.

Es hätte so wundervoll werden können. Fatima Al-Qadiri, J-Cush, Asma Maroof und Daniel Pineda veröffentlichen unter dem Namen Future Brown ihren gleichnamigen Erstling. Nicht nur die Tatsache, dass an jedem Track mindestens ein mehr oder weniger talentierter Gastmusiker beteiligt ist, hätte die Chance geboten, ein abwechslungsreiches Elektronik-HipHop-Album zu veröffentlichen, angereichert mit einer Mischung aus Dub und R’n’B. Es hätte so wundervoll werden können. Ist es aber nicht.

Gerade die Anzahl der Beteiligten lässt die Einfallslosigkeit von „Future Brown“ geradezu grotesk erscheinen. Dass die Rap-Einlagen, wer auch immer sie verantwortet, zu keiner Zeit auf den Punkt kommen und textlich bestenfalls durchschnittlich daherkommen? Geschenkt. Aber die Lieb- und Ideenlosigkeit, mit der elektronisches Gefrickel benutzt wird, um offensichtliche songwriterische Schwächen zu kaschieren, ist geradezu unverschämt.

Auf einzelnen Songs herumzuhacken verbietet sich vor dem gruseligen Eindruck des Gesamtwerkes, eine besonders ärgerliche Eskapade sei an dieser Stelle dennoch kurz besprochen. „Big Homie“, unglücklicherweise auch noch ungeschickt in der Playlist genau hinter den beiden brauchbarsten Songs des Albums platziert, wirkt mit verzerrten Vocals und Kinderdisko-Beats wie der leibhaftige Rachegeist, den Will.I.Am all seinen Kritikern für die vielen Verrisse auf die Kopfhörer geflucht hat. Mal ganz ehrlich: Für derartigen Schund sind sich selbst die späten Black Eyed Peas zu schade.

Besonders bedauerlich: Die zumindest teilweise durchaus fähigen Gaststars passen sich ausnahmslos an das Grundniveau der Platte an, verlieren sich in Belanglosigkeit und Banalität. Es ist vielleicht die eigentliche künstlerische Leistung dieser, scheuen wir den Begriff nicht, Super-Group, alle geladenen Gäste auf das gleiche Niveau unter Normal Null zu drücken.

Sicher, es wird Genrefans geben, die auch Future Brown etwas abgewinnen können, die diese Rezension für maßlos übertrieben und unsachlich halten. Diesen Unverwüstlichen sei zum Schluss der Genuss eines Albums ans Herz gelegt, das beweist, in welcher Verpackung und mit welchen Inhalten HipHop ein wunderbares Stück Musik sein kann. Einfach hier klicken und Future Brown ganz, ganz schnell vergessen. Bitte.

Anspieltipps:

  • MVP
  • Big Homie
  • Room 302

Neue Kritiken im Genre „HipHop/Rap“
5/10

No One Ever Really Dies
  • 2017    
6.5/10

The Beautiful & Damned
  • 2017    
4/10

Revival
  • 2017    
Diskutiere über „Future Brown“
comments powered by Disqus