Tropics - Rapture - Cover
Große Ansicht

Tropics Rapture


  • Label: Innovative Leisure
  • Laufzeit: 38 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Electro-Pop für die Chill-Out-Zone. Kühl, unaufgeregt, gleichförmig.

Tropics ist ein R&B-Musiker moderner Prägung. Das bedeutet, er ist eher im HipHop und Electro-Pop zuhause als im Soul oder Rock`n`Roll. Entsprechend ist die rhythmische Ausrichtung von Chris Ward - wie Tropics im normalen Leben heißt - auf Effekte, Break-Beats und schnelle Electronic-Takte ausgelegt. Über diese gießt er elegische Akustik- oder E-Piano-Figuren. Als Verzierung werden gelegentlich Dub-Effekte und Schlagzeug-Spuren verwendet. Der Multiinstrumentalist (Gitarre, Synthesizer, Percussion) singt dazu mit freudloser, nüchtern-unbeteiligter Stimme, die häufiger durch Background-Gesang ergänzt wird.

Die Songs sind überwiegend reserviert gehalten. Nur das Titelstück ist lebhafter und gefällt wegen seines verspielten Rhythmusgeflechts. „Gloria“ erzeugt durch die monotonen Hintergrund-Gesangstupfer Erinnerungen an Laurie Anderson`s „O Superman“. Bei vielen Kompositionen hinkt der Gesang hinter den Rhythmen hinterher, was grundsätzlich ein interessantes Stilmittel ist. Da dieses Prinzip aber bei nahezu allen Titeln angewendet wird, erschöpft sich dieser Reiz der Gegensätze irgendwann. Trotz hervorzuhebender Gradlinigkeit, Perfektion und künstlerischer Ambition ist dies das Problem der Platte.

Die Abwechslung in den einzelnen Stücken wird nur durch unterschiedliche Effekte, nicht durch Verwendung von verschiedenen Formen und Stilen erreicht. Die Stücke wirken im Aufbau ähnlich, weil das Songwriting stets auf dem gleichen Ablauf beruht. Es fehlen somit ausgeprägte Highlights und Unterschiede, abgesehen von einigen Temposprüngen. Die Melodien bleiben nicht hängen, weil sie zu linear angelegt wurden und die Stimme hat keine nachhaltige Wirkung, da sie auf Distanz beruht. Sie drückt bei aller Betroffenheit keine Wärme aus. Am Ende bleibt das Gefühl, alles schon mal gehört zu haben, ohne sagen zu können, wann und wo. Durch ihre kontrollierte Zurückhaltung ist diese Musik bestens geeignet für die Chill-Out-Zone, wo kontrastarme Berieselung angesagt ist.

Anspieltipps:

  • Rapture
  • Gloria
  • Indigo
  • Torrents Of Spring

Neue Kritiken im Genre „Electro-Pop“
6/10

Little Dark Age
  • 2018    
Diskutiere über „Tropics“
comments powered by Disqus