Dr. Living Dead! - Crush The Sublime Gods - Cover
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Dr. Living Dead! Crush The Sublime Gods


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Weird Al Yankovich und The Offspring halten Händchen auf einem Suicidal Tendencies-Konzert und tragen Sick Of It All-T-Shirts.

Angefangen beim neonfarbenen Albumcover, das eine Szene aus „Tron“ sein könnte, über diverse Anspielungen an einige Filme aus den Achtzigern, bis hin zur rückwärtsgewandten musikalischen Kreuzung aus Punk, Hardcore, Thrash und Heavy Metal - die schwedischen Crossover-Skelette von Dr. Living Dead liefern ihren Fans auch mit dem dritten Album „Crush The Sublime Gods“ ein Gesamtpaket der speziellen Sorte. Während bei den visuellen und akustischen Reizen also alles beim Alten geblieben ist, gab es dafür am Mikrophon (Dr. Ape wurde durch Dr. Mania ersetzt) und hinter dem Schlagzeug (Dr. Dawn macht Platz für Dr. Slam) einen Wechsel, der sich allerdings nur wirklich beim Gesang bemerkbar macht, da die Felle weiterhin kompromisslos und mit dem nötigen Nachdruck bearbeitet werden, wohingegen die neue Stimme nun stärker bei den großen Vorbildern Suicidal Tendencies andockt.

Das wäre nicht weiter verkehrt, würde es nicht stellenweise ein paar Passagen geben, in denen die Performance aufgrund der klassischeren Ausrichtung an Weird Al Yankovich oder Bryan Holland (The Offspring) erinnert und somit für unfreiwillige Komik oder generell Fremdscham sorgt. Klar, die vier Jungs nehmen ihren Output nicht unbedingt bierernst und der furios in Szene gesetzte Thrash-Orkan, der mit Songs wie „Another life“, „TEAMxDEADx“, der famosen Instrumental-Maulsperre „Triggerkiller“ oder dem Titeltrack durchs Wohnzimmer tobt, lässt sich von solchen Kleinigkeiten nicht beirren, aber bei den schwächeren Nummern, die, abgesehen von netter Mitgröl-Stimmung („Eternal darkness of the fucked up mind“, „Crush the sublime gods“), lediglich einen mehr als vorhersehbaren Aufbau bieten („Force fed“, „Scanners“), fällt ein derartiger Makel umso stärker ins Gewicht.

Wenn dann auch noch ein mäßiges Hardrock-Instrumental die Bühne betritt („Salvation“) und „Wake up…join the dead!“ als uninspiriertes Stückwerk die Platte beschließen möchte, dann rückt der Eject-Knopf des Abspielgerätes in bedrohliche Nähe. Zum Glück holen die mit kleinen Doom-Schnipseln gefütterten Stücke „Buck$“ und „Civilized to death“ die Kohlen aus dem Feuer und sorgen mit donnernder Kurzweil für ein ordentliches Kreisen des Haupthaars, indem sie ohne Rücksicht auf Verluste in fingerkuppenzerfetzende Thrash-Gefilde hinein grätschen. Unterm Strich reicht der nostalgische Crossover-Ausflug in die 80er-Jahre jedoch nicht aus, um den Cocktail aus Sick Of It All, Suicidal Tendencies und San Francisco Bay Area Thrash Metal uneingeschränkt empfehlen zu können. Vor allem nicht wegen der mehr als ambivalenten Performance des Sängers, dessen zwiespältiges Organ einigen Songs den Wind aus den Segeln nimmt.

Anspieltipps:

  • Triggerkiller
  • No Way Out
  • Civilized To Death

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