Kejnu - Centillion - Cover
Große Ansicht

Kejnu Centillion


  • Label: Popup Records/CARGO
  • Laufzeit: 90 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Zuviel des Guten lullt ein.

Kejnu sind Schweizer und seit 2005 aktiv. Ihr neuer Langspieler ist ein Doppelalbum. Dabei wäre es gerade bei ihrem Sound angebracht gewesen, sich auf eine Scheibe zu beschränken, denn wer will schon knapp über 90 Minuten über der Erde schweben und träumen. Als Zuhörer wird man zwar nicht überfordert, aber mit zunehmender Dauer vom ätherischen Klangbild eingelullt.

Nichtsdestotrotz haben die Schweizer ihre Qualitäten, die vor allem bei Mastermind Nuél Schoch als Komponist, Produzent, Gitarrist und Sänger liegen. Wobei Schlagzeuger Alessandro Giannelli, Bassist James Varghese und Tastenmann Ramon Ziegler Wesentliches zum Klanggemälde beitragen. Apropos Gemälde: „Centillion“ geht als musikalische Umsetzung der bildenden Kunst durch, denn Nuél Schoch ist Kunststudent und versteht seine Kompositionen als Collagen, Zeichnungen und Konstrukte.

Das Album hat einen nahezu durchgehenden Flow mit ätherischen, verträumten, geradezu entrückten Titeln. Kejnu bemühen sich zwar um Abwechslung, indem sie mal E- oder A-Gitarre, mal Keyboards in den vorderen Klangraum rücken, aber der Fluss bleibt dennoch derselbe. Da hilft es auch nicht viel, wenn sie zwischendurch Heavy-Psychedelic-Rock oder Folk im Stile von Midlake anklingen lassen. Der überwiegende Teil der Platte lässt an eine Mixtur aus Muse, Radiohead, Talk Talk und The Church denken. Keine schlechten Referenzen und im Gesamten betrachtet ist dies auch kunstvolle und anspruchsvolle Popmusik. Hätten Kejnu ihre Kräfte auf eine Platte gebündelt, „Centillion“ wäre ein gutes Album geworden.

Der verträumte Art-Pop der Schweizer hat also durchaus seine Momente und scheitert lediglich an zu viel Material. Insofern eine zwiespältige Angelegenheit, der man die richtige Dosierung entgegensetzen kann.

Anspieltipps:

  • Stormy Eyes
  • Hexa
  • The Reaper Fears You
  • Duiker

Neue Kritiken im Genre „Art-Pop“
Diskutiere über „Kejnu“
comments powered by Disqus