Rats On Rafts - The Moon Is Big - Cover
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Rats On Rafts The Moon Is Big


  • Label: Popup Records/CARGO
  • Laufzeit: 38 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Elektrisierender Postpunk-Rock aus den Niederlanden.

Rats On Rafts sind aus Rotterdam und existieren bereits seit zehn Jahren. Als sie sich gründeten, beherrschte das Quartett noch keine Instrumente und war damit ganz in der Tradition des Punk verhaftet. Die Begeisterung für US-Grunge und Postpunk stand im Vordergrund, sie liebten so unterschiedliche Bands wie The Fall, Pink Floyd und Ariel Pink. Mit der Zeit konnten sie auch ihre Instrumente bedienen und so kam 2008 ihre EP „So Long, And Thanks For All The Fish“ heraus. Schließlich erkundeten sie die niederländische Szene und entdeckten Bands wie KIEM, Rondos und Mecano, die fortan zu ihren Einflüssen zählten.

Mit der Zeit etablierten sie sich auch als Live-Act, sie traten bei Festivals wie Eurosonic Noorderslag und Primavera Sounds auf und spielten vor Franz Ferdinand oder auch Echo & The Bunnymen, beide übrigens bekennende Anhänger der Rotterdamer Band. Ihr Debütalbum „The Moon Is Big“ erscheint nun über die niederländischen Grenzen hinweg.

Nach dem mysteriösen Intro „Number 22“ ertönt der Titelsong, der nach frühen Echo & The Bunnymen, Joy Division, Gang Of Four, The Fall, Fire Engines und Franz Ferdinand klingt. Nervöse Rhythmen, fiebrige Stromgitarren und dunkler Gesang sind die Zutaten, die auch im Fortlauf des Albums hervortreten. In „Patient“ werden zusätzlich Bläser eingesetzt, die den Post-Punkrock der Siebziger atmen und „Plastic Plaster“ könnte ein Song der Fire Engines sein: Zappelnder Lärm, blecherner Krach und verquere Melodie.

„Lalalala“ tönt, als hätten sich Franz Ferdinand mit der Gang Of Four verbandelt. „God Is Dead“ beginnt sanft, um sich nervös zuckend, dennoch melodiös fortzusetzen. Nachdem sie den Song in der holländischen TV-Show „De Wereld Draait Door“ präsentierten, wurde ihnen Satanismus vorgeworfen. Zugleich wurde der Titel auch für den 3FM Award nominiert. „Sailor“ kommt wieder mit Gebläse daher, das an Lora Logic denken lässt und „Sleeping In Rotterdam“ spült das Meer, versöhnliches Pfeifen und eine geradezu entspannte Atmosphäre an Land.

Das finale neuneinhalbminütige „Jazz“ ist wieder aufgekratzter Natur, kreist wie ein Derwisch und schließt den Kreis eines verblüffenden Albums. Verblüffend, weil man kaum glauben mag, dass David Fagan, Arnoud Verheul, Joris Frowein und Florian Veenhuis aka Rats On Rafts Niederländer und sie in der Lage sind, Post-Punkrock so zeitgemäß zu präsentieren. Respekt!

Anspieltipps:

  • The Moon Is Big
  • Plastic Plaster
  • God Is Dead
  • Jazz

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