Kelly Clarkson - Piece By Piece - Cover
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Kelly Clarkson Piece By Piece


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 62 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Weitgehend seelenloser Pop von der Stange. Da nützt auch eine Hammer-Stimme nichts.

Mit „Piece By Piece” legt Kelly Clarkson (32) den ersten Longplayer mit regulären neuen Songs seit „Stronger” aus dem Jahr 2011 vor. Das ist für Pop-Verhältnisse fürwahr eine halbe Ewigkeit her, doch mit einem zwischenzeitlichen „Greatest Hits“-Album (11/2012) und der Weihnachts-CD „Wrapped In Red“ (10/2013) war es nie ganz still um die Sängerin, die im Juni 2014 Mutter einer Tochter wurde. Ab sofort befindet sich die Texanerin wieder in ihrem normalen Rhythmus, wobei festgehalten werden muss, dass noch nie ein Album von Kelly Clarkson so früh im Jahr erschienen ist wie jetzt „Piece By Piece“. Früher waren ihre Werke klassische Bestandteile der heißen Phase zwischen September und November, wo der Plattenmarkt die eigentlichen Pfründe des Jahres einfährt.

Für „Piece By Piece“ vertraute die 32-Jährige auf die für die aktuelle US-Popszene üblichen Songzulieferer und Produzenten wie Sia Fuller, Kara Dioguardi, Greg Kurstin, Jesse Shatkin und Chris Destefano. Das führt zwar dazu, dass auch eine Kelly Clarkson trotz einer hervorragenden Stimme austauschbar klingt, aber irgendwo gehen Label und Künstler so auch auf Nummer sicher. Dabei passiert es dann leider auch, dass Titel wie „Heartbeat song”, „Someone”, „War paint“, „Dance with me“ oder auch „Let your tears fall” stilistisch dem Sound einer Katy Perry nacheifern und elektronisch gefärbtem Power-Pop von der Stange gleichkommen.

Gehäuft, wie auf „Piece By Piece“ vorkommend, geht mit dieser unnötigen Angleichung eine Art Seelenlosigkeit einher, die bis zu einem gewissen Grad noch zu verschmerzen ist. Das Ganze firmiert dann eben unter Wegwerf-Pop, der seine Abgründe in künstlich aufgeblasenen Songs wie „Invincible” und mit Orchesterklängen und elektronischem Schnickschnack zugekleisterten Stücken wie „Take you high” und „Nostalgic“ findet. Richtige Höhepunkte sind dazwischen nicht auszumachen.

So rauscht „Piece By Piece“ für Kelly-Clarkson-Verhältnisse ereignislos und flach am Hörer vorbei, der sich nach Hits wie „Walk away“, „Stronger“, „Already gone“ und „My life would suck without you“ sehnt und nicht verstehen kann, wie eine Seifenblase wie dieses Werk durch die Qualitätskontrolle eines Majorlabels rutschen konnte.

Anspieltipps:

  • Tightrope
  • War paint
  • I had a dream
  • Heartbeat song
  • Let your tears fall
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