Hateful Agony - Forward Into Doom - Cover
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Hateful Agony Forward Into Doom


  • Label: Violent Creek Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Feinste Thrash-Arschtritte der oldschooligen Art, die sich nicht vor internationalen Top-Acts verstecken müssen.

Hateful Agony sind die Helden aus der zweiten oder sogar dritten Reihe, hungrige, extrem angepisste Underground-Metaler, die dann aufspielen, wenn ehemals hungrige, angepisste Genre-Referenzen zu viel Geld gerochen haben und welche genau aus diesem Grund nach wie vor dringend benötigt werden. Die Jungs aus Bayern halten seit ihrer Gründung im Jahre 1997 tapfer die Stellung, egal ob das Line-up-Karussell zu schnell rotiert oder der ganz große Erfolg auf sich warten lässt. Einen feinsten Thrash der alten Schule lassen sie sich ganz sicher nicht nehmen. Und wenn man mal ehrlich ist: Im hochgelobten Underground tummeln sich zahlreiche Nullnummern, die wollen, aber nicht können. Wer Hateful Agony bisher noch keine Beachtung schenkte, der darf jetzt entwarnt werden. Diese Jungs haben es definitiv drauf!

Eigentlich ist „Forward Into Doom“ schon 2012 im Eigenvertrieb erschienen. Natürlich erreicht man so nur wenige Leute, streng genommen eigentlich nur seine eigenen Leute. Deshalb ist es ein absoluter Segen, dass Violent Creek Records diesen fiesen Thrash-Schinken im Nachhinein auf die weltweite Szene loslassen. Das hat sich die Band verdient und die Thrasher haben es sich ebenfalls verdient, denn „Forward Into Doom“ macht keine, aber auch wirklich keine Gefangenen. Danke an Violent Creek. Es wäre eine echte Schande gewesen, wenn Hateful Agonys fünftes Studiowerk sang- und klanglos untergegangen wäre, denn was die Dreckschweine aus München da abfeiern, ist zu 101% Thrash Metal, brachial bis zum Gehtnichtmehr und dennoch so smooth, so groovig und so vergnüglich, dass man sich nicht nur die Kauleiste einschlagen will, sondern auch gerne zuhört, was das Trio aus dem Hut zaubert.

Gleichzeitig möchte „Forward Into Doom“ nie mehr sein, als es eigentlich ist. Die Kunst ist es eben, guten alten Thrash Metal zu spielen, der die Regeln des Genres einhält und eben jenes Erlebnis bietet, mit welchem schon die alten Herren überzeugen konnten. Viele (junge) Bands scheitern gerade daran, Hateful Agony tun es nicht. Unnötige Spielereien, progressive Arrangements oder das zwanghafte Ausbrechen aus dem Genre will die Band vermeiden und destilliert ihren Sound soweit es möglich und sinnvoll ist. Egal ob „Twisted Mind“ in seiner Funktion als Opener direkt zerstört, ein Doublebassgewitter in Form von „Last War“ dem Hörer die Gehörgänge frei pustet oder Riff-Ungeheuer wie „Fit Of Rage“, „Salvation Through Destruction“ und „Shallow Existence“ selbst den müdesten Moshpit wieder auf Touren bringen: Hateful Agony sind fuchsteufelswild und bereit, dem Whimp eine gehörige Lektion zu erteilen.

Am Ende bieten die Münchener gleich drei Cover als Mehrwert, was die gesunde Spieldauer von thrashigen 40 Minuten flugs um fast zehn erweitert. Das knackige „Sadus Attack“ (Sadus) bringt es direkt auf den Punkt, „Sex And Violence“ (Carnivore) behält seinen prolligen Charme und Metal Churchs gleichnamige Bandhymne ist ein mehr als gelungener Absacker an der richtigen Stelle. Ob Hateful Agony sich bei diesem gezielt für eine schwachbrüstige Produktion entschieden haben oder nicht, bleibt ein Geheimnis. Es funktioniert und rundet ein absolut gelungenes Album ab. Drei Jahre nach dem eigentlichen Release hat das Dingen erst mal den Test der Zeit überstanden, kann aber nach wie vor und hoffentlich künftig auch viele andere Hörer nachhaltig begeistern. Denn auch, wenn „Forward Into Doom“ nicht neu ist, handelt es sich um einen Anwärter auf den Titel „Thrasher des Jahres“. Puristen müssen das Teil haben, während Leute, die es eher voranschreitend und innovativ mögen, zumindest mal Probe hören.

Anspieltipps:

  • Twisted Mind
  • Fit Of Rage
  • Forward Into Doom
  • Last War
  • Shallow Existence

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