Pentatones - Ouroboros - Cover
Große Ansicht

Pentatones Ouroboros


  • Label: Lebensfreude/SOULFOOD
  • Laufzeit: 59 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

„Ouroboros“ beweist sich dem Titel entsprechend als Anwärter für die coole Dauerschleife des Frühjahrs.

TripHop, Pop, Electronica. Genre-Bezeichnungen erweisen sich erneut als verzweifelter Versuch unsererseits, Künstler dem Überblick halber in Schubladen zu stopfen. Um diese Kasten zu sprengen, benötigt es dann aber auch nicht einmal ein vor Ideen überbordendes Album, sondern lediglich einen kondensierten Stil, der sich hier und da bedient. Die Pentatones machen auf „Ouroboros“ Musik aus einem Guss. Und das geschaffene Fundament kann sich sehen lassen. Jeder Ton scheint überlegt, egal ob er nun aus Delhia de Frances Mund oder dem Computer stammt. Ähnlich wie „The Eraser“ ist das Album schon vom Konzept her derart perfektionistisch abgestimmt, dass Kritik beim ersten Hördurchgang schwerfällt.

Viel zu leicht verlieren sich Hörerohren in den tief und weit wirkend wabernden Klanglandschaften. Wie ein mäßig bewegtes Gewässer ziehen und schieben die überlegt eingebrachten Sounds den darin treibenden Hörer ganz nach Belieben. Selbst bei recht konservativ aufgebauten Tonarrangements wie dem fast schon erwartbar überladenen „Into My Venes“ herrscht Sicherheit in jedem Einschub und hinter jedem Soundschnipsel scheint auf Anhieb ein Gedanke erkennbar. Die Musik funktioniert bei diesem Ansatz durchgehend wie Hypnose, die den Hörer einlullt und ihn alles um sich vergessen lässt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Song austauschbar klingt. Die Lieder werden hymnisch („Call It Out“), dann im Pop-Gewand („Ghosts“) und letztlich tanzbar („Mono Home“) präsentiert. Wer auf die Tracklist schaut, sieht, dass es sich um aufeinanderfolgende Titel handelt. Die stilistisch in sich geschlossene Abwechslung lässt nie lange auf sich warten. Und das passt zum gewählten Titel „Ouroboros“. Die sich selbst verschlingende Schlange steht schließlich für den endlosen Kreis. Doch nicht nur stilistisch und konzeptuell ist dieser Titel am Ende gerechtfertigt. Nach einer knappen Stunde spricht nämlich absolut nichts gegen einen weiteren Hördurchlauf.

Für die ganz kritischen Ohren gibt es natürlich die eine oder andere Länge zu entdecken. Nachdem das Album einen dermaßen verwöhnt, wirken „Iris Skies“ und „Again After Again“ ein wenig austauschbar und vielleicht hätten sich „Overfed“ und „Into My Venes“ einen Tick kürzer fassen können. Gegen schwerwiegende Kritik sprechen dabei allerdings nicht nur die restlichen Stücke, sondern auch die alleinstehende Qualität dieser schwächeren Stücke. Denn das Wörtchen schwach hat auf „Ouroboros“ eine sehr eingeschränkte Bedeutung. Was das im Positiven für an frühe Muse erinnernde Töne in „Pleiades“ und „Karma Game“ bedeutet, muss wahrscheinlich nicht extra erwähnt werden. Falls doch: Pentatones ist das in diesem Jahr bisher wohl interessanteste Album von deutschem Boden.

Anspieltipps:

  • The Beast
  • Pleiades
  • Mono Home

Neue Kritiken im Genre „Electro-Pop“
Diskutiere über „Pentatones“
comments powered by Disqus