James McMurtry - Complicated Game - Cover
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James McMurtry Complicated Game


  • Label: Blue Rose Records
  • Laufzeit: 56 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Leben ist ein kompliziertes Spiel. James McMurtry schreckt nicht vor solchen Phrasen zurück, wenn er seine Stellung im Folk zementiert.

Mit dem Rocker von vor einigen Jahren hat der heutige James McMurtry nichts mehr gemein. Spätestens die 50 war dann wohl die magische Grenze, um die Bremse zu ziehen. „Complicated Game“ ist eine amerikanische Folk-Platte der typischen Sorte. Ein älter klingender Herr erzählt von Liebe, Leben und all den damit verbundenen Problemen. Früher war alle besser, schlechter und interessanter zugleich. Von den Besten hat man gelernt und sein Herz wie später nie wieder verloren. McMurtry erzählt uns nicht nur die Geschichte eines Mannes, sondern die eines Lebenstils. Wie sich das gehört verschmilzt die Grenze zwischen eigener Geschichte und Projektion beim Hörer oftmals, womit für einige die Hoffnung auf ein ganz besonderes Hörvergnügen besteht.

Nicht wenige kennen die romantische Vorstellung vom American Way. Eine Vorstellung einer Lebenseinstellung voller Freiheit und abseits der seit Jahrzehnten andauernden Verfallerscheinungen dieser Ideen in der Realität. McMurtrys neue Scheibe versprüht ganz deutlich dieses „Mach was du willst“-Gefühl. Besonders wenn über Amerika selbst gesungen wird, dürfte so einigen Hörern warm ums Herz werden. „Ain't Got A Place“, „Deaver's Crossing“, „South Dakota“ und besonders „Long Island Sound“ treffen den Nerv und spielen Hintergrundmusik fürs Leben ein. Das heißt nicht gleich, dass diese Lieder allesamt Folk-Schätze sind, doch die Mischung macht es in diesem Fall. McMurtry gleicht seinen Gesang älteren Vertretern des Genres an und sorgt so für einen wohligen Klang, während sich Folk, Country und sogar ein wenig klassischer Rock 'n Roll die Klinke in die Hand geben.

Die positive Bilanz dieses Albums ist ganz klar, dass Fans amerikanischer Folk-Musik damit nichts falsch machen. Ausrutscher und potentielle Skip-Titel finden nur solche Menschen vor, die eine ausgeprägte Aversion gegen die Erwähnung des Wortes Country haben. Ansonsten ist James McMurtry schlichtweg ein schönes, rundes Album gelungen. Die Seele baumeln lassen, den Wind spüren und dazu befreit aufatmen sind die Maximen dieses Albums. Da stört auch die durchaus vorhandene Durchschnittsware (z.B. altbekannte und wenig aufregende Balladen wie „She Loves Me“) nicht, weil sie sich einfach zu gut ins Gesamtgefüge einbringt.

Anspieltipps:

  • Long Island Sound
  • These Things I've Come To Know
  • Ain't Got A Place

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