Papaslide - The Deepest Pain - Cover
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Papaslide The Deepest Pain


  • Label: MIG Music/SOULFOOD
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Papaslide kommen aus Norwegen und spielen Blues-Rock. Noch können sie sich nicht entscheiden, ob sie im Mainstream mitschwimmen oder sich abgrenzen wollen.

Papaslide ist der Name der Band des norwegischen Blues-Sängers und -Gitarristen Rune Nordwik und „The Deepest Pain“ ist seine dritte Platte. Die Gruppe besteht neben Rune aus Bartje Aasmul (E-Gitarre), Are Stenfeldt-Nilsen (Bass), Geir Arge Johnson (Schlagzeug) und Lars Hammerland (Orgel). Mit dem Boogie „Ain`t The Same“ führt sich Rune recht herkömmlich und voraussehbar ein. Das auffälligste Merkmal ist hier noch sein intensives Slide-Gitarren-Spiel, das bewusst macht, warum er seine Formation wohl Papaslide genannt hat.

Der Norweger verehrt den im letzten Jahr verstorbenen Blues-Albino Johnny Winter und setzt ihm hier mit drei Cover-Versionen ein Denkmal. „Master Mechanic“ ist erfreulich bissig und rüde. Die Interpretation wirkt gefährlich und bietet gesanglich Ähnlichkeiten mit der rotzigen Unverfrorenheit und dem großspurigen, arroganten Organ des jungen Captain Beefheart. Die anderen Johnny Winter-Nummern („If You Got A Good Woman” und „Serious As A Heart Attack”) wurden leider nicht so auffällig und widerspenstig aufgestellt. „Don’t Drink With A Drunk” setzt dann den unangepassten Stil des Eröffnungstitels fort, ist aber geschmeidiger im Rhythmus und Aufbau. Die Slide-Gitarre singt hier eher als dass sie schreit und jault. Aufgewühlt und quirlig kommt auch „Got To Have You“ als weiterer Boogie daher. Nicht nur gesanglich erinnert Rune bei dieser Eigenkomposition an Alexis Korner, den Vater des britischen Blues-Rock der 60er-Jahre. Etwas Exotik kommt bei „Vooing You“ auf, das mit seiner schwülen Stimmung wie ein Outtake aus Bob Dylans „Oh Mercy“ (1989) klingt. „Don’t Keep Fightin’ With Your Soul” gefällt dann noch aufgrund der erdigen Orgel/Gitarren-Kombination und der griffigen Melodie.

Papaslide stehen an der Schwelle zum lodernden, schäumenden Blues-Act. Es fehlt aber noch der Mut, dieses Konzept schlüssig und vollständig durchzuziehen. Denn „Give Me My Blues”, eine Komposition des Blues-Gitarristen Albert Collins, die Live-Version von „Six Blade Knife” - im Original von den Dire Straits - sowie das Titelstück sind allesamt zu behäbig, um sich von gängigem Allerwelts-Blues abzugrenzen.

Die Blues-Rocker haben aber die Fähigkeit, einen dreckig, schwitzenden Groove zu erzeugen, der aufhorchen lässt. Die nächste Platte wird zeigen, ob ihre Entwicklung endgültig in diese Richtung geht. Wir werden dann hören, ob sie eher auf Nummer sicher setzen oder sich aus den Fesseln der Konventionen befreien.

Anspieltipps:

  • Master Mechanic
  • Got To Have You
  • Don’t Drink With A Drunk
  • Vooing You
  • Don’t Keep Fightin’ With Your Soul

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