Godsized - Heavy Lies The Crown - Cover
Große Ansicht

Godsized Heavy Lies The Crown


  • Label: Metalville/Rough Trade
  • Laufzeit: 47 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
4/10 Leserwertung Stimme ab!

Stoner- und Southern-Metal treffen auf Airplay-Potenzial.

Nach etlichen Demos, EPs und ihrem Debüt „Time“ (2013) melden sich die Londoner Godsized mit einem blitzblanken neuen Longplayer zurück. Die vier Musiker waren in der Zwischenzeit nicht faul. Als Support tingelten sie zusammen mit Black Label Society, Life Of Agony oder Monster Magnet - nur um einige zu nennen - durch ganz Europa und ließen ihre Hörer ordentlich Staub schlucken. Nach den kleinen Achtungserfolgen möchten die vier Herren natürlich auf ihrem Erfolg aufbauen. Während andere Bands dazu ihren Stil noch tighter und krasser präsentieren, gehen Godsized dagegen einen komplett anderen Weg. Massenorientierung heißt das Zauberwort und auch wenn das so gut wie nie Gutes bedeutet, klappt es in diesem Falle gar nicht mal so schlecht.

Auf „Heavy Lies The Crown“ kommt zusammen, was zusammen gehört. Das Teil ist aggressiv, es ist groovend, es ist dreckig, es ist hart. Die Inspirationen fand man bei Gruppierungen wie Alter Bridge und Black Stone Cherry, aber auch bei Led Zeppelin oder Black Sabbath. Selbst bei einem dieser berühmt-berüchtigten Cover-Einkäufe kann man sich voll und ganz auf die gebotene Ästhetik verlassen. Geboten werden klassischer Hardrock, Stoner-Rock und -Metal sowie eine Prise Southern Rock. Immer wieder versuchen Godsized das Vermischen von poppiger Radiotauglichkeit und härteren Passagen, was ihr Zielpublikum erweitern könnte. Hier könnte man der Combo eventuell den einen oder anderen Kompromiss ankreiden. Besonders Nummern wie „Saving You“, „Never A Better Time“ oder „Do You See What I See?“ merkt man an, dass sie ein wenig aus Notwendigkeit entschlackt wurden. Damit sollen poppige Arrangements ganz sicher nicht schlecht gemacht werden, jedoch homogenisieren sie nicht immer zu 100%. Ähnlich verhält es sich mit dem allgemeinen Songwriting, welches stellenweise ebenfalls nicht komplett wie aus einem Guss erscheint. Zwar kombinieren Godsized ihre Stile gut, doch wirken einige Nummern ein wenig fragmentarisch und wie zwei nicht zueinanderpassende Puzzleteile zusammengehauen. Die vier Briten haben gute Ideen en masse, verschießen ihre Munition aber nicht immer so, dass sie alle Ziele treffen.

Dennoch geht „Heavy Lies The Crown“ ziemlich in Ordnung. Wer sich erst mal darauf eingelassen hat, dass es Godsizeds Plan war, im Revier von einer Band wie Volbeat zu wildern, wird sicher seinen Spaß haben. Die Idee, Southern Metal ein wenig massenorientierter zu gestalten, ist eh nie eine falsche und die wuchtige Stoner-Attitüde ist auch nicht von schlechten Eltern. Die eher banalen Lyrics darf man übrigens getrost überhören, aber gerade sowas passt ja - mit Verlaub! - gut ins Radio. Ob Godsized tatsächlich einen Erfolg mit der Masche einfahren werden, bleibt zwar noch ein wenig zweifelhaft, aber es wäre ihnen durchaus zu wünschen. Freunde des Genres hören trotz einiger weniger Ungereimtheiten rein und brauchen auch nicht davor scheuen Otto Normal mal an „Heavy Lies The Crown“ heranzuführen.

Anspieltipps:

  • Push Against The Tide
  • Fade
  • Stone Cold Blow To The Head

Neue Kritiken im Genre „Hardrock“
Diskutiere über „Godsized“
comments powered by Disqus