Gang Of Four - What Happens Next - Cover
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Gang Of Four What Happens Next


  • Label: Membran/Sony Music
  • Laufzeit: 42 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Gang Of Four schockieren mit „Ambient meets Industrial“-Gedudel.

Gang Of Four gründeten sich im Jahr 1977 in der nordwest-englischen Metropole Leeds als Punkband, lösten sich im Jahr 1984 auf und kamen 1990 wieder zurück. Eine typische Geschichte, wie sie eben nur der Rock’n’Roll schreiben kann. Durch die vielen Auszeiten legen die Briten mit „What Happens Next“ nun ihr erst zehntes Studioalbum vor (die Neuaufnahmensammlung „Return The Gift“ aus dem Jahr 2005 eingeschlossen). Damit knüpfen sie etwas spät an ihr 2011er Comeback „Content“ an, das auf dem Label von Herbert Grönemeyer erschienen ist, der auf „What Happens Next“ als Gastsänger zu hören ist.

Damit schließt sich ein Kreis für Mastermind Andy Gill (Gitarre), der für dieses Album ein neues Line-up zusammengestellt hat, zu dem der neue Sänger John „Gaoler“ Sterry, Bassist Thomas McNeice und Drummer Johnny Finnigan gehören, der wiederum seinen Vorgänger Mark Heanny abgelöst hat, der auf dem Album noch auf drei Tracks zu hören ist. Viel schwerer wird aber die Fans der Verlust von Ex-Sänger Jon King treffen, der erstmals nicht auf einem Album der Gang Of Four vertreten ist. Neben Herbert Grönemeyer gibt es mit Alison Mosshart (The Dead Weather), dem Japaner Tomoyasu Hotei, Robbie Furze von The Big Pink und Gail Ann Dorsey (David Bowie) zudem weitere Gäste auf „What Happens Next“.

Mit einer Art Industrial-Dubstep eröffnen Gang Of Four ihr neues Werk mit dem Titel „When the nightingale sings“ und zaubern sofort Fragezeichen in das Gesicht des Hörers. Ein gelungener Auftakt ist nämlich etwas anderes als dieses zähe Stück von der Resterampe der Musikgeschichte. Auch das von Alison Mosshart gesungene „Broken talk“ versprüht nicht gerade Enthusiasmus und Esprit. Der auf einem netten Bass-Groove aufbauende Song pumpt nett vor sich hin – und das war es dann auch schon. Dass die Gitarren dabei etwas verzerrter in Erscheinung treten, kann fast schon vernachlässigt werden.

Das Schlimme: Gang Of Four haben sich genau in diesem Midtempo-Groove der ersten Stücke festgebissen und zelebrieren in der Folgezeit fleißig weiter. Spannung kann so gar nicht erst aufkommen. Denn dazu fehlen die zündenden Idee und ein Sänger, der mal ein bisschen aus sich herausgeht. Auf diese Weise lullen die Briten den Hörer Stück für Stück ein und können dafür nur Kopfschütteln ernten. Dann: Auftritt Herbie! In „The dying rays“ wird Ambient-Atmosphäre verbreitet, aber auch nur halbgar. Danach brechen alle Dämme. „Obey the ghost“ gleitet wieder in die Industrial-Ecke ab, „First world citizen“ ist harmlosestes Gedudel und „Graven image“ der Versuch, ein bisschen mehr Pep in einen Song zu bekommen. Doch das schaffen Gang Of Four heuer bei keinem einzigen Stück. Und damit reicht es dann auch. Schnell aus dem CD-Player und weg damit!

Anspieltipps:

  • Stranded
  • Isle of dogs
  • The dying rays
  • England’s in my bones
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