Platonick Dive - Overflow - Cover
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Platonick Dive Overflow


  • Label: Black Candy/Rough Trade
  • Laufzeit: 46 Minuten
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3.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer zu viel wagt, verliert. Bombastischer Überfluss-Pop aus Italien.

„Zwei kleine Italiener, die träumen von Napoli“, sang vor zig Jahren Conny Froboess, dabei handelt es sich bei Platonick Dive um drei Italiener, die elektronischen, tanzbaren und eben auch verträumten Post-Rock spielen. Gabriele Centelli (Gitarre, Gesang, Synthesizer, Elektronisches Sampling), Marco Figlie (Gitarre, Effekte, Synthesizer, Elektronisches Sampling) und Jonathan Nelli (Schlagzeug) bilden das Trio aus Livorno, das einiges wagt. Ob es sich damit auf die gewinnbringende Seite hievt?

Das Wagnis Electronica, Synthie- und Deam-Pop mit Post-Rock zu verknüpfen, geht leider zu selten auf. „Overflow“ wurde kristallklar produziert und klingt hypermodern, obwohl Synthie-Pop, Electronica und Post-Rock auch nicht mehr der letzte Schrei sind. Der Albumtitel spricht Bände, denn hier wurde nicht gekleckert, sondern im Überfluss geklotzt. Kein Wunder, dass hier des Guten zu viel in die Waagschalen gepresst wurde. Manchmal driftet es auch noch ins Bombastische ab. „Underground“ ist so ein Stück, das als Heavy Synthie Rock bezeichnet werden darf.

Auf dem Album der Italiener blubbert, zischt und fiept es, dazu klangmalern die Stromgitarren Richtung New Wave der 80er-Jahre und das Schlagzeug treibt einen förmlich auf die Tanzfläche. In geringen Dosen lässt sich damit sicherlich ganz gut die eine oder andere Disco beschallen, als Platte zum Zuhören taugt sie so gut wie gar nicht. Zwischendrin gibt es etwas gemäßigtere, dem Dream-Pop zuzuordnende Titel („Mirro“, „Jet-Lag“), die aber nicht wirklich für Abwechslung sorgen, denn letztlich ist die Platte ein einziges langes Stück. Da hilft es auch nicht, sich beim Song „Backing Home“ auf William S. Burroughs zu beziehen.

Was im theoretischen Ansatz vielversprechend klingt, entpuppt sich als Stil-Brei, der geradezu monoton vor sich hin stampfend daherkommt. Wie gesagt: In der Disco erfüllt diese überproduzierte Mucke in kleinen Dosen sicherlich ihren Zweck, mehr leider nicht.

Anspieltipps:

  • Mirro
  • Jet-Lag

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