Stone Diamond - Phoenix - Cover
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Stone Diamond Phoenix


  • Label: Rent A Record Company
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Nur weil etwas weniger vom Blues geprägt ist, ist es noch lange nicht kein Blues.

Die Illusion hält genau einen Track lang an. Spätestens der Einstieg zu „Dreams Need Loudspeakers“ trieft aus jeder akustischen Pore vor Blues. Besonders im Kontrast zum aufgeweichten Opener „2manyvoices“ fällt der Generationenwechsel sofort auf. Wo sich „2manyvoices“ an modernen Strukturen aus dem Pop orientiert, ist der anschließende Track eine breit angelegte Bluesrock-Nummer, die ihre Wurzeln zu keinem Zeitpunkt versteckt. Das klingt gleich viel ehrlicher, darüber hinaus allerdings auch erstmal nicht viel mehr.

Eine Identitätskrise findet sich auf dem Album nicht wieder, da auch die folgenden Tracks wie das schmachtende „She“ durch alle typischen Muster des Blues schlittern. Die Ergebnisse klingen zwar allesamt authentisch, aber so ganz zünden möchten die Lieder dann auch wieder nicht. Gemächlich schunkeln lässt sich dazu schon, doch die ganz große Kraft hinter den Arrangements scheint zu fehlen. Insgesamt spielt die Band das Programm ein wenig zu vorsichtig ab. Zu ähnlich klingen sich Songs wie „Dreams Need Loudspeakers“ und „Beirut“. Und auch das zumindest in Ansätzen überzeugende „New Beginning“ hebt sich aufs zweite Hören in erster Linie nur durch den anderen Gesang und nicht von der Struktur her großartig ab.

Die Hingabe ist bei aller Vorsicht trotzdem nicht zu verachten. Ohne Probleme belebt die Band wieder und wieder echtes Blues-Gefühl. Nur die richtigen Melodien fehlen, sodass das Album immer ein wenig klinisch sauber erscheint, was überhaupt nicht zu den emotional gemeinten Riffs und Gesängen passen möchte. Wenn in „Savages Of Love“ ein halbherziges „yeah, yeah“ ertönt, dann klingt das für Hörer nach Pflicht und nicht nach Hingabe. Irgendwie bezeichnend wirkt in diesem Zusammenhang die abschließende Rückkehr zu Pop-Strukturen in „Hallelujah I'm Clean“, bevor die Band mit „Titanic“ auch den Hörer vor ein Rätsel stellt, was dieses Album am Ende eigentlich verändern wollte.

Anspieltipps:

  • New Beginning
  • 2manyvoices
  • Beirut

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