Ewert And The Two Dragons - Circles - Cover
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Ewert And The Two Dragons Circles


  • Label: Sire/WEA
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Hörenswerter Folk-Pop aus Estland.

Estland ist auf der popmusikalischen Landkarte ein noch weitestgehend weißer Fleck, auch wenn Wikipedia 23 estnische Bands zusammengekratzt hat - von denen der Autor dieser Zeilen allerdings keine einzige kennt. Es ist also an der Zeit, nun die Esten Ewert And The Dragons in Augenschein zu nehmen. Im Jahr 2009 veröffentlichten sie auf einem kleinen Label ihr Debütalbum „The Hills Behind The Hills“, dem 2011 „Good Man Down“ folgte. Eine typische Indie-Band nordeuropäischer Prägung? Ja und nein. Ja, weil ihren Songs sowohl jene optimistischen als auch melancholischen Stimmungen innewohnen. Nein, weil sie mit ihrem dritten Album nicht mehr Indie sondern Major sind.

„Circle“ betitelten sie ihren neuen Langspieler und wenn der Hörer einige Durchläufe hinter sich gebracht hat, erledigt sich die Frage nach Indie oder Major von selbst. Warum? Weil Ewert Sundja (Gesang, Keyboard, Xylofon), Erki Pärnoja (Gitarre, Gesang), Ivo Etti (Gitarre, Bass, Gesang) und Kristjan Kallas (Schlaginstrumente) nach wie vor ihr Ding durchziehen.

Ein Ding, das zwischen Optimismus und Melancholie pendelt. Jene nordeuropäische Schwermut verbindet sich mit dem Enthusiasmus, den so bspw. Mumford & Sons an den Tag legen. Im Prinzip also Folk-Pop der lebensbejahenden wie traurigen Art, wobei Ewert And The Two Dragons in der Lage sind, jene Gefühlswelten innerhalb eines Songs zu wechseln. Das Wechselbad der Gefühle dauert hier zehn Songs lang an und die Esten spielen hauptsächlich im mittleren Tempo, aber auch langsamere und vorantreibende Songs werden geboten.

Dabei beackern sie das weite Feld zwischen Erland & The Carnival, Travis und Starsailor. Wirklich festlegen lassen sich Ewert And The Two Dragons nicht, wobei ihnen jedoch Alleinstellungsmerkmale fehlen. Immerhin haben sie mit dem Xylofon ein Instrument im Gepäck, das andere Interpreten kaum verwenden. Und in „Pictures“ zollen sie Johnny Cashs Boom-Chicka-Boom ihren Respekt. Die Stimme von Ewert Sundja hat etwas Berührendes und Einnehmendes, so richtig aus der Masse der Folk-Pop-Sänger herauszuragen, gelingt ihr allerdings nicht und auch die nordische Färbung ist längst zur guten Gewohnheit geworden. Im Gesamten betrachtet ist dennoch eine hörenswerte Platte entstanden.

Anspieltipps:

  • Pictures
  • Getting Older
  • Circles
  • Waiting For The Weather To Change

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