Sachal - Slow Motion Miracles - Cover
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Sachal Slow Motion Miracles


  • Label: Okeh/Sony Music
  • Laufzeit: 36 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
3.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Neuzugang der Okeh-Records-Familie mit seinem vierten Album.

Nach drei reinrassigen Jazz-Alben für das im Jahr 2006 in Michigan gegründete Label Mack Avenue Records, legt der amerikanische Jazz-Singer/Songwriter Sachal Vasandani (37) mit „Slow Motion Miracles“ erstmals ein Werk über das neuerdings wieder aufstrebende Kult-Label Okeh Records vor, auf dem aktuell u.a. Silje Nergaard, Theo Croker, Somi und Kat Edmonson beheimatet sind. Okeh Records wurde im Jahr 1918 von dem deutschen Otto K. E. Heinemann als Blues- und Jazz-Indie-Label gegründet und nimmt seit einiger Zeit wieder Fahrt auf mit der Verpflichtung von jungen Musikern, die auf der Schwelle zwischen Jazz und Pop einen Angriff auf die Charts vornehmen sollen.

Mit Sachal Vasandani hat Okeh Records wieder ein Talent unter Vertrag genommen, das sich auf seinem vierten Album „Geschichten von Liebe und Verlust“ widmet, die in einem „fließenden Auf und Ab von Liebesleid und Entdeckerfreude“ eingebettet sind. Dazu hat der 37-jährige Chicagoer zusammen mit seinem Kumpel, dem Musiker, Arrangeur und Produzenten Michael Leonhart (41), der u.a. schon mit Steely Dan, David Byrne, Donald Fagen, Lenny Kravitz, Mark Ronson und Natalie Merchant zusammengearbeitet hat, acht eigene Songs und zwei Coverversionen von Flavio Venturini („Afternoon sun“) und Jim Weatherly („Neither one of us“) aufgenommen.

„Slow Motion Miracles“ eröffnet, seinem Album-Titel gerecht werdend, mit dem zeitlupenartigen Vocal-Jazz-Groover „No more tears“, mit dem Sachal den Takt für die kommenden 36 Minuten vorgibt. Er präsentiert zehn fein arrangierte Tracks, aus denen immer wieder interessante Details hervorragen, dabei aber niemals zu kompliziert oder verkopft wirken. Ein gewisser Pop-Einschlag ist allgegenwärtig („Denim lights“), doch ab und zu schrammt Sachal auch nur ganz knapp am Easy Listening vorbei („Marie“).

Auch wenn dies dem einen oder anderen Jazz-Puristen zu seicht sein sollte, kann Sachal mit seiner warmen Stimme und einer gelungenen Instrumentierung punkten. Dazu zählen die tollen Bläsersätze im Titeltrack, die schön gezupfte Akustikgitarre und die betonten Bässe in „Haystacks“ sowie die verschleppten Grooves in „Can’t talk“. Das ergibt unterm Strich ein angenehm hörbares Vocal-Jazz-Album, das ganz bewusst keine progressiven Wellen schlägt, sondern lieber durch Feinklang überzeugen möchte („Afternoon sun“, „Waiting on the roof“).

Anspieltipps:

  • Marie
  • Haystacks
  • No more tears
  • Cover the water
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