Tom Brosseau - Perfect Abandon - Cover
Große Ansicht

Tom Brosseau Perfect Abandon


  • Label: Tin Angel/INDIGO
  • Laufzeit: 41 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Kunst des Tom Brosseau: Folk-Tradition bewahren und dennoch frisch und entspannt klingen.

Aus North Dakota stammt der Folksänger und Liederschreiber Tom Brosseau. Seine Großmutter lehrte ihn das Spiel auf der akustischen Gitarre, als er noch zur Grundschule ging. Auch die Musik in der Kirche beeinflusste den jungen Tom Brosseau. Mit den Jahren tauchte er immer tiefer in das American Songbook ein. Seit Beginn der Nullerjahre hat er einige Alben veröffentlicht. Auf Tour war er in Japan, Kanada, Portugal, Island und Australien. Er trat in Bars, kleinen Clubs, großen Hallen und wo immer möglich auf. Mit so unterschiedlichen Interpreten wie John Doe, Juliana Hatfield, PJ Harvey, Becky Stark (Lavender Diamond), John C. Reilly u.a. teilte er die Bühnen.

Für sein neues Album „Perfect Abandon“ konnte er John Parish (PJ Harvey, Sparklehorse, Peggy Sue) und Ali Chant für den Produktions- und Aufnahme-Prozess gewinnen. Neben Gesang, A- und E-Gitarre, wurden ein zweiteiliges Drumkit und ein Kontrabass eingesetzt. In den Mittelpunkt wird überwiegend die fein phrasierende Stimme von Tom Brosseau gerückt. Er singt quasi über Gott und die Welt, folglich sind auch Liebe, Hingabe und Verrat seine Themen.

Die Platte überzeugt vor allen Dingen mit Entspanntheit, die sich nach und nach auf den Zuhörer überträgt. Die verschleppten, hin und wieder Besen gestrichenen Drums, der brummelnde Bass und eine silbrig perlende Stratocaster-Gitarre weben einen musikalischen Teppich für die ausgeruhte bis ausdrucksstarke Vortragsweise des Protagonisten. Das hört sich zuweilen wie live im Studio eingespielt an und die Stimmung des Albums erinnert ein wenig an das Album „Tiny Prayers“ von Aaron Embry.

Wie ein steter Fluss strömen diese Lieder ins Gemüt und bleiben dabei nahe an den Wurzeln des Folk. Brosseaus Stimme hat etwas im positivsten Sinne Altmodisches, manche Vibes erinnern an alte Folkies wie Pete Seeger oder Woody Guthrie, ohne dass Tom Brosseau wirklich nach diesen klingt. Er ist ein Bewahrer der Tradition, der dennoch erstaunlich frisch klingt. Auch ein Verdienst der räumlichen, naturbelassenen Produktion, vor allem aber der Liedkunst des Amerikaners geschuldet.

Anspieltipps:

  • Hard Luck Boy
  • Take Fountain
  • The Empire Builder
  • The Wholesome Pillars

Neue Kritiken im Genre „Folk“
Diskutiere über „Tom Brosseau“
comments powered by Disqus