Of Montreal - Aureate Gloom - Cover
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Of Montreal Aureate Gloom


  • Label: Polyvinyl/WEA
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Rocky Horror Picture Show im Jahre 2015? Of Montreal präsentieren sich als bunter psychedelischer Hund, der sich kaum in eine Schublade zwängen lässt.

Kevin Barnes ist Mastermind von Of Montreal, die nicht aus Kanada, sondern aus Athens, Georgia, in den USA kommen. Barnes versammelt für seine Of Montreal Veröffentlichungen immer wieder Musiker aus dem Umfeld der Elephant 6 Recording Company um sich. Nach einem geeigneten Menschen für die schillernden Albumcover und Videos musste er nicht lange suchen, denn hierfür war sein Bruder David der Richtige. Das Kollektiv ist seit 1997 aktiv und hat bereits mehrere Alben herausgegeben. Dennoch sind sie nach wie vor schwer zu kategorisieren. Zu Beginn ihrer Laufbahn konnten sie dem Indie- und Lo-Fi-Pop zugeordnet werden, im Laufe der Jahre wurden ihre Platten immer vielschichtiger, dennoch griffen auch Kraut- und Prog-Rock oder Art-Pop nicht wirklich als Genrezuweisung.

Selbst Interpreten-Vergleiche (Neutral Milk Hotel, The Beatles, Prince, The Apples In Stereo etc.) waren so unterschiedlicher Natur, dass sie eher für Ver- denn für Entwirrung sorgten. Barnes selbst bezieht sich auf Tom Verlaine, Patti Smith und James Chance. Versuchen wir uns also anhand des aktuellen Longplayers „Aureate Gloom“ selbst ein Bild zu machen.

Ein ziemlich buntes Bild vermittelt bereits das Cover-Artwork, hinter dem auch dieses Mal wieder Kevins Bruder David steckt. Eine ziemlich psychedelische und verrückte Angelegenheit, die sich aus Comic-, Sci-Fi- und LSD-Trip-Elementen zusammensetzt. Eine Umschreibung, die sich auch in den Songs widerspiegelt.

Der Opener „Bassem Sabry“ schillert bereits wie ein bunter, psychedelischer Hund, der sich in der Rocky Horror Picture Show verirrt hat. In der Folge lassen sich die Titel wild und frei mit Ian Dury And The Blockheads, Steve Harley And Cockney Rebel, Peter Hammill, T. Rex und Television assoziieren. Glam, New/No Wave, Punk, Psychedelic, Theatralik, Sex und Pop in vielerlei Varianten reichen sich auf „Aureate Gloom“ die Hände. Und wiederholt öffnen sich die Bühnenvorhänge für die Rocky Horror Picture Show.

Im Großen und Ganzen ist Of Montreal ein gutes Album geglückt, das trotz der vielen wie unterschiedlichen Referenz-Namen und Stile ein stimmiges Bild hinterlässt. Wer eine Schublade braucht, der ordne die Platte unter Art-Rock ein.

Anspieltipps:

  • Bassem Sabry
  • Virgilian Lots
  • Monolithic Egrees
  • Chthonian Dirge For Uruk The Other

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