Convict - Burn The Flags - Cover
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Convict Burn The Flags


  • Label: Strength Records/CARGO
  • Laufzeit: 30 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Satz für dieses Album wäre genug. Zu präzise und ohne Spielraum quetschen sich Convict in die Punkrock-Schublade.

Laut. Lauter. Geht das nicht noch ein wenig lauter? Wenn jetzt nicht geschrien wird, dann spürt doch niemand die Wut. Nach dieser einfachen Devise und mit Graffiti-Look auf dem Cover, gibt sich das offensiv betitelte „Burn The Flags“ schon von vornherein als rotziger Punk. Nun gibt es Convict aus Belgien schon eine ganze Weile und wenn die Herren machen, womit sie aufgewachsen sind, fällt eine unreflektiert erscheinende Kritik auf den ersten Blick harsch aus. Gleichzeitig verändern sich Dinge und es ist nicht immer richtig, an alten Gepflogenheiten festzuhalten. Der blind um sich schlagende Punk ist inzwischen eine Karikatur seiner selbst.

Ganz so schlimm ist es dann natürlich auch wieder nicht. Denn auch wenn Convict sich streng der voranschreitenden Zeit verweigern, bleiben sie bei ihren musikalischen Leisten. Das Schlagzeug bringt Hörer problemlos von 0 auf 180 und dann will auch der stets gebrüllte Gesang nicht fehlen. Das fühlt sich zu Beginn auch richtig so an, bis einem klar wird, dass diese Machart überhaupt keine Abstufungen zulässt. Einen Weg zu weisen oder Themen zu gewichten, ist bei einem solch brachialen Ansatz nicht möglich: Alle Mann mitgrölen und raus mit der Wut! Das wirkt für die halbe Stunde auf „Burn The Flags“ für manche sicher reinigend, aber danach herrscht auch sofort große Leere.

Auf „Burn The Flags“ wird nicht nachgedacht und auch nicht nachgefragt. In stereotypisch deutscher Manier ist die Band mit der Gesamtsituation unzufrieden und lässt dem Unmut ordentlich Raum. Nur bleibt es beim Dampf ablassen. Dahinter wirkt „Burn The Flags“ erstaunlich dünn. In alle Richtungen schießen ist leicht und bei Musik als Unterhaltungsmedium ist vielen vielleicht auch nur wichtig, dass die Musik ordentlich abgeht. Das tut sie zwar, aber eben auch nach dem Schema „Kennst du ein Lied, kennst du alle“. Für soliden Einbahnstraßen-Punk reicht das allemal, die Ansprüche dürfen allerdings gerne auch etwas höher angesetzt werden.

Anspieltipps:

  • The Voice That Speaks
  • My Dedication
  • Our Values

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