Beam Up - Innerstand - Cover
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Beam Up Innerstand


  • Label: BBE/INDIGO
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Beam Up steht für zeitgemäßen, abwechslungsreichen, freigeistigen Reggae, der auf den Erfahrungen von King Tubby, Augustus Pablo und The Skatelites beruht.

„Innerstand“ ist dem Erfinder des Dub-Reggae, Osborne „King Tubby“ Ruddock, gewidmet. Die damit verbundenen Hall- und Echo-Effekte sind entsprechend oft in den Strukturen der Songs zu finden. Beam Up degradiert den Dub-Effekt jedoch nicht zum effekthaschenden Selbstzweck, sondern setzt ihn zur räumlichen Gestaltung der Kompositionen ein. Dadurch findet eine zusätzliche Würzung des Klangbildes statt. Soundtechnisch gibt es eine Verwandtschaft zu den neuseeländischen Soul-Reggae-Kollektiven Fat Freddys Drop und The Black Seeds. Diese Formationen spielen genauso wie Beam Up mit gepflegten, elastischen, undogmatischen Kreationen, die zwischen entspannt und tanzbar angesiedelt sind.

Der relativ enge Rahmen von klassischen Reggae-Aufnahmen wird von Beam Up, der als Brian May geboren wurde - aber nicht der Queen-Gitarrist ist - kreativ erweitert. Es gibt Abstecher in asiatische Klangwelten („Fisherman“) oder Einbeziehungen von Jazz-Elementen („Icchieban“). Klassischer Roots-Reggae mit politischer Note wird mit „No Chains“ präsentiert. „Ghost Fight“ fängt den Hörer zunächst mit dröhnenden Bässen ein, um dann durch ein Geflecht von flippigen Keyboard-Riffs und leicht arrogantem Gesang weiter Aufmerksamkeit zu erregen. Im Herzschlag-Rhythmus wird das milde, verregnet wirkende „Innocence“ unbeirrt eindimensional und stoisch dargeboten.

Das Album enthält vier spacig-exotische Instrumentaltitel und neun Songs, die drei unterschiedlichen Gesangspartnern zugewiesen wurden. Diese wahrscheinlich nur Insidern bekannten Spezialisten sind Terrence Alfonso Bowry, ein in Großbritannien geborener Kanadier, der sich in der Jazz- und Blues-Szene von Shanghai einen Namen gemacht hat und der aus Französisch Guayana stammende Reggae-Sänger Jornick Joelick. Außerdem noch Katya Tasheva, die ihre Schwerpunkte in der Vertonung von Pop, Drum`n`Bass und Weltmusik sieht. Diese Vokalisten sorgen auch dafür, dass das Programm bunt gestrickt ist und sich das Ergebnis wie ein richtiges Band-Projekt anhört.

Als musikalische Einflüsse, die die Basis seiner Kunst bilden, nennt Brian noch Augustus Pablo, The Skatelites und Prince. Da Beam Up nicht nur als Musiker arbeitet, sondern auch als DJ Delay unterwegs ist, hat er sein Spektrum ständig weiterentwickelt. Er lebte in den letzten 10 Jahren in Melbourne, Osaka oder Berlin und hat dabei gelernt, vorurteilslos Musik aus allen Kontinenten zu verarbeiten und zu verbreiten. Auf „Innerstand“ inszeniert er klischeefreien, modernen Reggae, der offen für vielerlei Einflüsse und sehr unterhaltsam ist.

Anspieltipps:

  • I Must Be Dreaming
  • Mi Amor
  • Ghost Fight
  • Innocence

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