Itchy Poopzkid - Six - Cover
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Itchy Poopzkid Six


  • Label: Findaway Records/ALIVE
  • Laufzeit: 37 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Viel „Oh oh“ und „Yeah yeah“ plus ein paar eingängige Melodien: So lautet das Patentrezept für ein solides Rockalbum mit Mitgrölgarantie.

Wie überlebt man eigentlich als Rockband jeden Trend der Musikbranche und bleibt sich trotzdem treu, ohne sich von den Vorgaben einer Plattenfirma verformen zu lassen? Diese Frage möchte die deutsche Band Itchy Poopzkid mit ihrem ersten Buch beantworten. „How to survive as a rock band - Der ultimative Ratgeber einer trendresistenten Non-Hit-Wonderband” heißt das Werk der drei Jungs aus Eislingen bei Stuttgart. Ereignisse aus 14 Jahren Bandleben werden da mal ironisch, mal selbstkritisch beleuchtet. So heißt ein Kapitel zum Beispiel „Was Produzenten sagen und was sie meinen - Ein Übersetzungsguide“, was sicherlich für junge Bands nicht ganz uninteressant ist, für eingefleischte Fans allerdings ein Muss. Da passt es perfekt, dass die Band gleichzeitig ihr neues Album mit dem sehr einfallsreichen Titel „Six“ auf den Markt bringt.

Zwei Jahre nach dem letzten Werk „Ports & Chords“ haben Itchy Poopzkid nach eigenen Aussagen den Sound auf ein neues, härteres Level gehoben, was sie auf verschiedene Gastmusiker und den neuen Produzenten Florian Nowak zurückführen. Auf einige Stücke wie „The Weight Of The Water“ trifft das zu. Dort wird ordentlich in die Saiten und auf die Drums gehauen, dazu steuert Christoph von Freydorf von den Emil Bulls seinen rauen Gesang bei. Auch „Never Say Die“ und „I Gotta Get Away“ gehen voll auf die Zwölf. Das war’s aber auch schon mit wirklich „harten“ Stücken. Der Rest ist halt typischer Pop-Punk, mal politisch angehaucht („Dancing In The Sun“), mal auf Partysong getrimmt („Out There“). Ein paar ruhigere Stücke sind natürlich auch dabei. „And Now We Stopped“ startet langsam mit einer trippelnden Gitarrenmelodie und rockt dann im Refrain richtig los. „Trusty Friend“ verzichtet hingegen auf einen kraftvollen Refrain, klingt insgesamt aber auch etwas langweilig und einfallslos.

Viel „Oh oh“ und „Yeah yeah“ plus ein paar eingängige Melodien: So lautet das Patentrezept für ein solides Rockalbum mit Mitgrölgarantie. Und das liefern Itchy Poopzkid ab, ist aber auch nichts wirklich Neues. Die Jungs wissen, wie man ein solides Album schreibt und werden auch sicherlich weiterhin als Rockband überleben. Vielleicht kann man sich beim nächsten Album ja wieder mehr auf die Musik konzentrieren und so etwas Frischeres liefern, wenn man nebenbei nicht noch an einem Buch schreibt?

Anspieltipps:

  • I Gotta Get Away
  • And Now We Stopped
  • Kings & Queens
  • Dancing In The Sun

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