RA - Scandinavia - Cover
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RA Scandinavia


  • Label: Adrian Recordings/Broken Silence
  • Laufzeit: 31 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein dynamisches und lärmendes Post-Rock-Monster aus Schweden.

Ra ist ein Quartett aus dem schwedischen Malmö, das sich 2012 formierte. Eine 4-Track-EP, eine Single und ein Remix-Album konnten die vier bereits veröffentlichen. Live waren sie beim Psych Fest, Fritz’s Corner und Roskilde zu bestaunen. Ihre Bühnenauftritte werden als monumentales Erlebnis angepriesen.

„Scandinavia“ ist nun ihr richtiges Debütalbum, ein düster lärmendes Monster, das dem Post-Rock zuzuordnen ist. Der Opener „These Days“ hat die Dynamik und den Speed des Punk. Mit Gitarrenlärm (Felix Martensson, Martin Nilsson), tiefgründigem Bassrumor (Erik Blondell), wuchtigen Drums und einem manisch getriebenen Sänger reißen sie Mauern ein, die sie mit „In My Veins“ im zurückgenommenen Tempo platt walzen. „The Void“ fügt dem Post-Rock den Zusatz Psychedelic hinzu, Spacemen 3 lassen grüßen. „Be My Lover“ ist wie barfuß über Scherben laufen und der Titelsong kommt mit erhabenem Getrommel und sägenden Synthies daher. Dazu die Grabesstimme vom trommelnden Sänger Simon Martensson, der immer mal wieder wie eine Kreuzung aus Ian Curtis (Joy Division) und Oliver Ackermann (A Place To Bury Strangers) tief und dunkel in sich hinein murmelt. Ein manisch-depressiver Schamane.

Nach der in Feedback getränkten „Bloodline“ fließt noch mehr Blut, denn wir treten in „Broken Bottles“. Nach dem Scherbenschmerz wird’s geometrisch, „Prism“ hat demzufolge noch mehr Ecken und Kanten, die „The South“ mit dreckig-lärmenden Stromgitarren anreichert. Zum Finale wird der „Winter 2012“ zum Thema und schallt und schwallt dir die Ohren voll.

Post-Punk-, Shoegaze- und Psychedelic-Rock bringen diese Schweden hier auf den Punkt. Mit der Wucht der letzten beiden Wovenhand-Alben, dem Lärm von A Place To Bury Strangers, den Abgründen von Joy Division und der dynamischen Flugkraft der Spacemen 3 gebären Ra ein Post-Rock-Monster namens „Scandinavia“. Was sie beim Band- und Albumnamen an Kreativität vermissen lassen, wird in die zehn Tracks gesteckt. Und die zünden bereits beim ersten Mal, weil sie gespielt werden als wär’s das letzte Mal.

Anspieltipps:

  • These Days
  • Be My Lover
  • The South
  • Winter 2012

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