Theories - Regression - Cover
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Theories Regression


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 29 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Tödlicher Grindcore, der sich beinahe selbst exekutiert.

Das Vierergespann Theories aus Seattle, Washington macht auf seinem ersten Longplayer endlich wieder das, wofür sich viele andere Extrem Metal-Bands zu schade und auch ein wenig zu geldgeil sind: Sie knüppeln alles zu Tode und verzichten auf großartige Harmonien, Melodien oder sonstige Anknüpfungspunkte, die womöglich auch abseits von kleinen Schubladen funktionieren könnten. Das Problem an der Sache? Rick Powell (Gesang), Lee McGlothlen (Gesang, Gitarre), Kusha Karimi (Gesang, Bass) und Joe Axler (Schlagzeug) hacken auf dem Erstling, der von niemand geringerem als Scott Hull (Pig Destroyer, Agoraphobic Nosebleed) abgemischt wurde, dermaßen alles kurz und klein, dass sie sich damit fast selbst ins Grab bringen.

So gibt es bis zum Mittelteil eigentlich nicht mehr als derbe Blastbeats in die Fresse, die mit abgrundtiefem Geschrei gewürzt und ab und zu von einem rasiermesserscharfen Riff zerstückelt werden. Hier und da frisst sich zwar für einen Sekundenbruchteil ein Break in die zentnerschweren Stahlbetonwände des Grindcore-Fundaments, für sonderlich viel Abwechslung sorgt dieser Umstand allerdings nicht. Erst „Swimming in mud“ bricht mit aufjaulenden Gitarrenfeedbacks aus dem aggressiven Trott heraus und überzeugt die Jungs, auch mal abseits ausschließlich technisch überzeugender Brutalität aktiv zu werden. Der Zustand hält jedoch nicht lange an und mit „Revenge - rewild“ geht es sofort wieder in die Vollen und die nächsten Schädel werden mit der überaus tödlichen Grindcore-Axt gespalten.

Bevor Theories mit dem abschließenden Rammbock „Landfill“ erneut mit gehörigem Anlauf in die Kronjuwelen treten, versuchen sie in „Hell in her eyes“ etwas mehr Atmosphäre unterzubringen und beginnen den mit seinen mehr als 4 ½ Minuten längsten Track als gedrosselte Schlammlawine, die sich zwar ebenso schnell als gnadenloses Monstrum entpuppt, aber zumindest etwas mehr offenbart als nur stures, auf den Punkt gebrachtes Gedresche. „Im Kern geht es auf ‚Regression‘ um den Niedergang der eigenen Nation und allen Folgen: soziale Unruhen, wirtschaftliche Unsicherheit, seelische Probleme, Umweltkatastrophen - Die Überlebenden hausen verloren in Ruinen, Friedensstreben hat zu keiner Lösung geführt“, weiß der Pressetext über den Hintergrund des Debüts der vier Amis zu berichten und obwohl die Thematik und das dargebotene Grindcore-Inferno wunderbar Hand in Hand gehen, so hätte man sich dennoch etwas mehr Raffinesse oder Ideen bei einem nicht einmal eine halbe Stunde langem Album gewünscht. Sechs Tracks, die sich beinahe nur durch den Titel unterscheiden und lediglich vier weitere, die zeigen, was in der Truppe sonst noch steckt, sind da nämlich einfach zu wenig.

Anspieltipps:

  • Hell In Her Eyes
  • Abortive Crescent
  • Swimming In Mud

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