Bernhard Eder - Nonsleeper - Cover
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Bernhard Eder Nonsleeper


  • Label: Solaris Empire/Broken Silence
  • Laufzeit: 48 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Intime Momente in vollkommener Finsternis.

So schlimm er manchmal für die betreffende Person ist, so hilfreich ist Herzschmerz oft dabei, große musikalische Leistungen zu Tage zu fördern. Der Österreicher Bernhard Eder ist ein Meister dieser intimen und ruhigen Outputs und leidet auch auf seinem inzwischen fünften Studioalbum „Nonsleeper“ traurig vor sich hin. Dabei liefert er zurückgenommene Songwriter-Musik für die ganz dunklen Stunden.

„Ich wollte meinen Sound erweitern und mehr in Richtung Soul gehen“, gibt Eder im Vorfeld zu Protokoll. Wirklich soulig ist „Nonsleeper“ keinesfalls geworden, etwaige Einschläge lassen sich mit ein wenig Fantasie dennoch mancherorts ausmachen. Das Gemecker folgt auf dem Fuß: Irgendwie berauben diese ‚lauteren’ Momente Eders Songs ihrer unverwechselbaren Intimität, etwa in „Turn On“. Wo die einen frohlocken werden, wird es bei anderen Kopfschütteln geben. Eine Frage des Geschmacks, nicht mehr.

Wirkliche Abwechslung hat es auf Eders Alben noch nie gegeben und da ist auch „Nonsleeper“ keine Ausnahme. Trotz ansatzweise experimenteller Einschläge, eben aus dem besagten Soul-Bereich, wird das Album durchgehend von einer ruhigen Gitarre getragen, die die Stimme Eders perfekt bei ihrem semi-depressiven Leiden unterstützt. Für echte Abwechslung sorgen lediglich die Gaststars, wie etwa die Berliner Singer/Songwriterin Mari Mana, die im Duett „In Confidence“ zumindest teilweise interessante Akzente setzen kann. In „Inside Joe Hill“ gibt sich Oliver Weiter die Ehre, seines Zeichens Sänger von Naked Lunch. Beide Songs funktionieren im Kontext ganz wunderbar, bieten aber außer den Gaststars keine wirklichen Überraschungen oder gar gewagte Innovationen.

Das führt dazu, dass „Nonsleeper“ zwar ein intimes und für gewisse Momente im Leben von uns allen durchaus brauchbares Album geworden ist, als Gesamtkunstwerk taugt die Platte aber nicht. Dazu ist sie zu repetitiv, so mancher wird sagen: zu langweilig.

Anspieltipps:

  • Bird Away
  • In Vain

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