Van Morrison - Duets: Re-Working The Catalogue - Cover
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Van Morrison Duets: Re-Working The Catalogue


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 76 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Duett-Alben sind häufig überflüssig wie ein Kropf. Van Morrison zeigt, dass es auch anders geht.

Duette sind eigentlich nichts Neues für Van Morrison (69). Der Nordire hat schon mit Tom Jones, Ray Charles oder auch John Lee Hooker aufgenommen. Doch gleich ein ganzes Album voll mit Duetten? Das hat auch Van Morrison in seiner über 50-jährigen Karriere noch nicht auf die Beine gestellt, zumal Kollaborationen dieser Art nicht selten höchst überflüssig sind. Doch für sein 35. Studiowerk hat sich der Sänger und Songschreiber genau das vorgenommen – und lässt dazu mutig die zu erwartenden Hits wie „Tupelo honey”, „Moondance” oder „Brown eyed girl” weg. Warum einfach, wenn es auch schwierig geht?

Für die 16 aus rund 350 ausgewählten Songs, die Van Morrison in seiner Karriere aufgenommen hat, fanden sich in einem Zeitraum von 12 Monaten Stars wie (u.a.) George Benson, Joss Stone, Mark Knopfler, Michael Bublé, Gregory Porter und Steve Winwood zusammen mit dem Meister in Studios in London und Belfast ein, um Stücke quer durch den Backkatalog neu zu interpretieren. Dabei gelang eine Auswahl stil- und generationenübergreifender Kollaborationen, die definitiv nicht hip, aber homogen und wie aus einem Guss erschallen.

Auf „Duets: Re-Working The Catalogue“ klingt nichts nach Zufall oder nach digitalen Schnipseln, die um die Welt geschickt wurden, damit die beteiligten Künstler ihren Part einspielen konnten, der dann holprig zu einem großen Ganzen zusammengekleistert werden muss. Die Songs in der Schnittmenge aus Blues, Soul, Folk und R&B atmen den Geist analoger Aufnahmen und erfassen einen durchaus breiten Bogen in der Karriere Van Morrisons. Und das nicht nur, weil seine Tochter Shana im ergreifenden „Rough god goes riding“ zu hören ist.

Zwar versprühen nicht alle Duette denselben Esprit, doch in solchen Momenten reißt Van Morrison seine Sidekicks einfach mit (z.B. den schnarchnasigen Michael Bublé in „Real real gone“) und fährt das Ding alleine nach Hause. Zudem sollte ein erhöhter Balladenanteil einkalkuliert werden, der allerdings nicht stört. Denn Van Morrisons Welt des Blues, Soul, Folk und R&B war stets gediegen. Warum also plötzlich den Rocker raushängen lassen?

Anspieltipps:

  • Wild honey
  • Streets of Arklow
  • Get on with the show
  • Rough god goes riding
  • The eternal Kansas City

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