Selah Sue - Reason - Cover
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Selah Sue Reason


  • Label: Because Music/WEA
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein sehr spätes Zweitwerk, dem es etwas an Schwung und Euphorie fehlt.

Die Belgierin Selah Sue (25) debütierte im Januar 2009 mit der EP „Black Part Love“, die kommerziell zwar nicht über einen Achtungserfolg hinauskam, aber dennoch der Startschuss für eine beeindruckende Karriereentwicklung war. Denn in der Kombination aus stetiger Live-Präsenz auf den großen Festivals in Belgien, Frankreich und den Niederlanden sowie weiteren Singleveröffentlichungen, erreichte Selah Sue länderübergreifend ein immer größeres Publikum, das sich für die spezielle Sound-Palette aus Soul, R&B, Elektro-Pop, House und Reggae begeistern konnte.

Als dann im März 2011 ihr selbstbetiteltes Debütalbum auf den Markt kam, entwickelte sich dieses vor allem in Frankreich zu einem Verkaufsschlager. Es hielt sich 173 Wochen in den Charts und verkaufte sich mehr als 340.000 Mal. Auch in anderen europäischen Ländern avancierte „Selah Sue“ zu einem Dauerbrenner, der sich ewig in den Charts hielt (z.B. 128 Wochen in Belgien, 89 Wochen in den Niederlanden, 55 Wochen in der Schweiz) und sich weitere 400.000 Mal verkaufte. Selbst in den USA, wo das Album erst 1½ Jahre später auf den Markt kam, erzielte es mehr als 400.000 Downloads in der ersten Verkaufswoche.

Sanne Putseys alias Selah Sue ist also bereits in jungen Jahren mit ihrem ersten Album zu einem internationalen Pop-Phänomen geworden, das erst jetzt, vier Jahre später, mit Longplayer Nummer zwei reüssieren soll. Dazu wurden der Belgierin zwei Produzenten an die Seite gestellt: Der Däne Robin Hannibal (Kendrick Lamar, Little Dragon, Jessie Ware, B.o.B) und der Schwede Ludwig Göransson (Childish Gambino, Haim, Emmy The Great). Sie sollten den Sound Selah Sues auf die nächste Stufe heben, ohne das Erfolgsrezept des Debüts aus den Augen zu verlieren.

Mit den Erfahrungen aus der ersten Albumproduktion verliert „Reason“ das rohe und ungeschliffene Soul-Element des Debüts. Während Selah Sue bei ihrem Erstling gar nicht wusste, wie die Produktion eines Albums funktioniert, ist nun eine gewisse Routine vorhanden. Dadurch klingt „Reason“ runder und moderner, aber auch etwas arm an Spannung. In den Songs werden TripHop- und HipHop-Beats mit Synthesizer-Flächen und tiefen Bässen kombiniert, während im Hintergrund Streicher aufgefahren werden. Daraus resultiert eine düster-melancholische Grundstimmung, in der frühere Motown-Momente nur noch selten vorkommen („Sadness“, „Right were I want U“).

Fazit: Mit „Reason“ legt Selah Sue ein solides Zweitwerk vor, das sich bewusst einer stilistischen Weiterentwicklung unterzieht, die sicher nicht als falsch bezeichnet werden kann. Dass am Ende etwas der Schwung und die Euphorie fehlen, ist schade, aber kein Beinbruch.

Anspieltipps:

  • Alive
  • Alone
  • Fear nothing
  • I won’t go for more
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