Ron Sexsmith - Carousel One - Cover
Große Ansicht

Ron Sexsmith Carousel One


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 51 Minuten
Artikel teilen:
4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die vielleicht ödeste Jahrmarktsattraktion des Jahres.

Ron Sexsmith, 1964 in Ontario geboren, ist seit 25 Jahren fester Bestandteil der nordamerikanischen Folk-Pop-Szene. Mit seinen inzwischen fünfzig Lenzen ist für ihn klar: Sein Stil steht, wirklich revolutionäre Änderungen wird er nicht mehr vornehmen. Zu überzeugt ist er von der Musik, die ihn auf die großen Folkbühnen gebracht hat, auf denen er sich seit einem Vierteljahrhundert herumtreibt. Das Problem: „Carousel One“ ist mit seinen 51 Minuten Spielzeit ein Monster an abwechslungs- und ideenarmem Pop, der Fans zwar gefallen wird, als Gesamtkunstwerk aber einen unterdurchschnittlichen Eindruck hinterlässt.

Warum sich Sexsmith ausgerechnet für das kindgerechteste Fahrgeschäft als Albumtitel entschieden hat, bleibt ein Rätsel. Mit einem Karussell verbindet man für gewöhnlich Spaß, tobende Kleinkinder, Jahrmarktstimmung. „Carousel One“ hingegen plätschert von der ersten Note an dermaßen provokant entspannt vor sich hin, dass es zumindest unvoreingenommenen Hörern schwerfällt, nicht in Lethargie zu verfallen. Ohne groß herumzureden: Der Einstieg von Sexsmiths neuer Platte ist schlichtweg langweilig.

Dieser Eindruck zieht sich leider wie ein lästiger roter Faden durch die gesamten 16 Songs. Das ändert sich auch nach wiederholten Durchläufen nicht wirklich, da kein Song vielschichtig und ausgefeilt genug ist, um beim zweiten oder dritten Mal wirklich neue Facetten zu offenbaren. So fällt es dann auch schwer, einen Track besonders hervorzuheben, letztlich verkommt der Gesamteindruck der Platte zu einem Einheitsbrei, der individuell betrachtet passable Popmusik beinhaltet, auf LP-Länge aber repetitiv und uninspiriert ist.

Ron Sexsmith hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er spannende Alben schreiben kann. Anno 2015 jedoch krankt seine Musik an ihrem ewiggestrigen Stil, der ohnehin nicht wirklich viel Spielraum für kreative Großtaten lässt. Auf „Carousel One“ übertreibt Sexsmith es aber selbst vor diesem Hintergrund mit seinen Selbstzitaten.

Anspieltipps:

  • Lord Knows
  • Nothing Feels The Same Anymore

Neue Kritiken im Genre „Singer/Songwriter“
Diskutiere über „Ron Sexsmith“
comments powered by Disqus