Rah Rah - Vessels - Cover
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Rah Rah Vessels


  • Label: DevilDuck/INDIGO
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Mitreißender Power-Pop aus Kanada!

Was „The Poet’s Dead“ aus dem Jahre 2013 versprochen hat, wird auf dem aktuellen „Vessels” bestätigt. Die kanadische Band Rah Rah versteht es abermals, aus Dynamik, Energie und Melodie mitreißende Songs zu kreieren. Der Vorbote war die Single „Good Winter/Chip Off The Heart“, beide Songs bereichern auch das neue Album. Die Bühnenbretter brachten die Kanadier bspw. auf dem Reeperbahn Festival, dem Orange Blossom Special und dem Immergut Festival zum Vibrieren. Das Publikum glühte vor Freude und das Tanzbein wurde mehr als einmal geschwungen.

Auch die Studioaufnahmen von Rah Rah versetzen die Zuhörer in Bewegung. Ob nun mitgewippt, mitgesungen oder das Laminat zum Tanzboden umfunktioniert wird, kalt lassen werden die Songs von Rah Rah die Wenigsten. Ihre lebensbejahenden Hymnen strotzen wieder vor Energie, sind von mitreißender Natur. Das dynamische, manchmal schier überschwappende Bass/Drum-Spiel bereitet nicht nur den Boden, sondern schwingt mit den melodischen und rhythmisch peitschenden E-Gitarren und den weiblich-männlichen Duett- und Wechselstimmen empor.

Dabei tut sich Marshall Burns wiederholt als leidenschaftlicher und einfühlsamer Sänger hervor, der gemeinsam mit den melodieseligen weiblichen Stimmen die Himmelsleiter des Power Pop erklimmt. Die Stimmen gehen einem förmlich ans Herz, wohingegen sich die Dynamik des Zusammenspiels geradezu körperlich packend und mitreißend gestaltet. Gerade hieraus ziehen Rah Rah ihre Faszination. Aber auch bestimmte Details infizieren den Zuhörer, die Bass Line in „The First Night We Met“ schwingt einem im Körper wie eine schwere, zu schnell pendelnde alte Standuhr. Sie bereitet ein wohlig-warmes Gefühl, das mit einer schwungvollen Melodie korrespondiert.

Zudem werden Tastenspielereien integriert wie z.B. die Karussell fahrende Casio bei „Chip Off The Heart“ und die sphärischen Synthesizer, die „In Space“ einen psychedelischen Touch verleihen. Mit Vergleichen ist Rah Rah kaum beizukommen, obwohl sogenannte Power Pop-Bands nicht gerade selten sind. Stilistisch sind Spuren des Girl Pops der Sechziger, New Wave der Achtziger und die Dynamik des Alternative Rock der Neunziger herauszuhören. Wohlgemerkt Spuren, denn letztlich ist bei Rah Rah das Gesamtpaket entscheidend. Fazit: „Vessels“ ist einfach energetisch-melodische Popmusik, die die Glückshormone tanzen lässt!

Anspieltipps:

  • Be Your Man
  • A Love That Sticks
  • The First Night We Met
  • All I Got Is Today
  • Good Winter

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