Tori Amos - Under The Pink (Deluxe Edition) - Cover
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Tori Amos Under The Pink (Deluxe Edition)


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 125 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Klanglich optimierte Neuauflage des Amos-Zweitwerks mit satten 15 Bonus Tracks.

Schon als Teenager war für Tori Amos (51) klar, dass sie irgendwann eine professionelle Musikerin sein wollte. Sie nahm in den 70er Jahren an Talentwettbewerben teil und spielte regelmäßig in lokalen Bars und Clubs in ihrer Heimat, ehe sie gerade volljährig geworden nach Los Angeles umzog, um ihre Karriere als Musikerin noch fokussierter voranzutreiben. Sie gründete die Band Y Kant Tori Read und erhielt beim Major Atlantic Records einen Vertrag über sechs Alben. Doch das selbstbetitelte Debüt von Y Kant Tori Read floppte und die Band löste sich wieder auf. Der Vertrag mit Atlantic Records hatte aber weiterhin Bestand. Und das Label bestand auf neues Material, das im Jahr 1990 auf den Markt kommen sollte.

Doch die zehn im Dezember 1990 von Tori Amos vorgelegten Demo-Songs gefielen den Verantwortlichen von Atlantic Records nicht. Also zog sich Tori Amos zurück und schrieb weitere Stücke. Im Mai 1991 legte sie dann erneut ein Demo-Tape bei ihrem Label vor, das nun zufrieden war und Tori Amos für die Aufnahmen in ein Studio bat. Doch auch hier zeigte sich das Label kritisch. Bevor das endgültige Album stand, musste es ein paar Mal überarbeitet werden, sodass sich die Veröffentlichung bis in den Januar des Jahres 1992 hinzog. Bis dahin hatte Tori Amos so viele Songs geschrieben, dass sie jede Menge für etwaige Single-B-Seiten übrig hatte. Und siehe da: Bis Ende des Jahres wurden fünf Songs aus dem Album ausgekoppelt, die vor allem in Großbritannien sehr erfolgreich waren.

Angetrieben von den Singles „Me and a gun“, „Crucify”, „Silent all these years”, „China” und „Winter” entwickelte sich das „Little Earthquakes” getaufte Solodebüt der Amerikanerin mit weltweit mehr als zwei Millionen verkauften Einheiten zum kommerziell zweiterfolgreichsten Album. Lediglich der exakt zwei Jahre später auf den Markt gekommene Nachfolger „Under The Pink“ (01/1994) war noch erfolgreicher. Er erreichte Platz eins in den UK-Charts und verpasste nur knapp die Top Ten der US-Charts. „Under The Pink“ entstand wiederum mit Produzent Eric Rosse. Diesmal auf einer alten Hacienda in New Mexico und erstmals unter Zuhilfenahme des inzwischen legendär gewordenen Bösendorfer-Pianos. Erneut zeigte sich das Label unzufrieden mit den vorgelegten Songs, bis der Streit zwischen der Künstlerin und ihrer Plattenfirma zu eskalieren drohte.

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Nachdem Tori Amos ihren Kopf mehr oder weniger durchgesetzt hatte, erschien „Under The Pink“ im Verbund mit vier Singleauskopplung im weiteren Verlauf des Jahres und festigte Amos‘ Ruf, eine der interessantesten Songwriterinnen der 90er Jahre zu sein. Allen voran die Single „Cornflake girl“ mit dem dazugehörigen Videoclip sorgte für weltweite Top-Positionen in den Charts und machte Appetit auf ein Album, das der perfekte Gegenpol zur Grunge-Welle war und auch Rock-Hörer auf diese spezielle Art von Pop- und Singer/Songwriter-Musik aufmerksam machte.

Beide Werke, „Little Earthquakes“ und „Under The Pink“, erscheinen nun als stark erweiterte Deluxe-Editionen. Dabei wurden die Original-Alben jeweils frisch remastert und auf einem zweiten Silberling jede Menge Bonusmaterial, bestehend aus Live- und Remix-Tracks, Coverversionen sowie Single-B-Seiten, zusammengetragen. Diese Stücke mögen für die meisten Hardcore-Fans der Sängerin nicht unbedingt neu sein, aber in dieser kompakten und chronologisch sortierten Form, jeweils untergebracht in schönen Digipaks, durchaus einen nochmaligen Kaufgrund darstellen.

Insgesamt kommen beide Re-Releases auf stattliche 33 Bonus-Titel, davon ein Dutzend als Live-Aufnahmen – eine Ausbeute, die in der Tat zu einem Erwerb einlädt und dabei eine interessante Frage aufwirft: Wie viele Menschen kaufen sich die vorliegenden Alben zum wiederholten Mal und wie viele Erstkäufer gibt es. Schade, dass sich dies nicht herausbekommen lässt.

Anspieltipps:

  • God
  • Honey
  • Black swan
  • Winter (Live)
  • Cornflake girl
  • Past the mission
  • Pretty good year
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