Philipp Fankhauser - Home - Cover
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Philipp Fankhauser Home


  • Label: Funk House Blues Productions
  • Laufzeit: 64 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
8/10 Leserwertung Stimme ab!

Blues mit Goldkante: Gepflegt, authentisch und gut. Allerdings geht über die lange Gesamtspielzeit der Spannungsbogen verloren.

Der Schweizer Philipp Fankhauser hat sich ganz dem Blues verschrieben. Das vorliegende „Home“ ist sein bereits vierzehntes Album. Fankhauser begann Mitte der 80er-Jahre und gründete alsbald die Checkerboard Blues Band, um schließlich 1994 als Solokünstler durchzustarten. Im selben Jahr ging der Schweizer mit keinem Geringeren als Johnny Copeland auf US-Tour. Bereits 1995 nahm er schließlich in Los Angeles mit The Memphis Horns sein erstes Soloalbum auf. Schon bald wurde er über Europa hinaus von vielen Radiostationen gespielt. Für „Love Man Riding“ (2008) und „Watching From The Safe Side“ (2009) erhielt Fankhauser je eine Goldene Schallplatte. Zudem war er als Coach bei „The Voice of Switzerland“ aktiv.

Sein aktuelles Album könnte seinen Bekanntheitsgrad noch steigern, denn es wird über die Entertainment Gruppe Membran vertrieben. Mit seinen langjährigen Musikerfreunden hat er „Home“ bereits 2014 in seiner Heimat veröffentlicht und dort über 10.000 Einheiten verkauft, was ihm erneut den Goldstatus bescherte.

Fankhauser hat viele seiner Songs mit seinen Kollegen zusammen geschrieben, er spielt Gitarre und singt. Zu Beginn der Langspielplatte präsentiert er vier Lieder, die Johnny Copeland geschrieben hat und von Fankhauser und Band versiert umgesetzt werden. Dies gilt auch für „Rainy Night In Georgia“ (Tony Joe White) und Harlan Howards „The Chokin‘ Kind“, das dem Blues einige funky Noten beibringt. Seine Begleiter sind absolute Profis, ganz besonders tut sich dabei Hendrix Ackle hervor, der Piano und Orgel feinfühlig zu bedienen versteht. Wiederholt zeigt die Bläser-Sektion, dass Blues mit Soul und R&B verwandt ist. In „Sweet Sensations“ wird nahezu gänzlich auf das Schema Blues verzichtet, es kommt als flockiger Folk-Pop daher.

Ansonsten verweilt Fankhauser mit seiner Band im elektrischen Blues, wobei sie Tempo und Arrangements variieren und in die Grenzbereiche Soul und R&B vorstoßen. Nichtsdestotrotz verliert die Platte ihren Spannungsbogen über die Gesamtspielzeit von beinahe 64 Minuten. Hier wäre weniger mehr gewesen, zumindest für Menschen, die das Genre Blues nur gelegentlich besuchen. Als Sänger ist an Fankhauser wenig auszusetzen, aber aus der Masse an Bluessängern ragt er nicht heraus. Manchem wird die Platte auch zu perfekt und makellos daherkommen. Besonders jenen, die die dreckigere Spielart des Blues bevorzugen, mit schnarrenden Gitarrensaiten und scheppernden Drums.

Nichtsdestotrotz hat der Schweizer gut abgeliefert und kann durchaus neue Zuhörer hinzugewinnen. Wer auf gepflegten, dennoch authentischen Blues steht, der ist bei Fankhauser gut aufgehoben.

Anspieltipps:

  • Nobody But You
  • The Chokin’ Kind
  • Sweet Sensations
  • Home

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