Rocky Votolato - Hospital Handshakes - Cover
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Rocky Votolato Hospital Handshakes


  • Label: Glitterhouse/INDIGO
  • Laufzeit: 38 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Zurück in die Zukunft. Rocky Votolato macht seinem Vornamen alle Ehre: Er rockt wieder!

Rocky Votolato hatte es nicht immer einfach im Leben. Er wurde wiederholt von Selbstzweifeln, Depressionen und Ängsten heimgesucht. Zuletzt war dies nach seinem Album „Televisions Of Saints“ (2012) der Fall. Die Quelle der Kreativität und Inspiration schien zu versiegen und es dauerte eine ganze Weile, bis er einen Neubeginn wagen konnte. Im Jahr 2014 war es so weit und er hatte nach einiger Zeit 25 Songs zusammen, die er mit ins Hall of Justice Studio in Seattle nahm. Dort schloss sich gewissermaßen ein Kreis, denn sein drittes Album „Suicide Medicine“ (2003) hatte er genau dort und mit seinem Freund Chris Walla (Death Cab For Cutie) aufgenommen.

Mit Walla als Produzenten und Musiker (Tasteninstrumente) im Rücken, entstand auch Votolatos neuer Langspieler „Hospital Handshakes“. Zudem holte er sich bekannte und versierte Mitstreiter ins Studio, darunter sein Bruder Cody, der vornehmlich E-Gitarre spielte. Sein achtes Album ist sein erstes für das Label Glitterhouse und startet untypisch für Votolato mit monton-dunklen Rhythmen, denen er melodische Stromgitarren gegenüberstellt. Hinzu kommt die zwischen sanft und herb singende Stimme des Singer/Songwriters. Danach wird mit „The Hereafter“ eine echte Rock-Nummer präsentiert, die ein wenig an Votolatos Postpunk-Band Waxwing erinnert.

Nichtsdestotrotz ist sein neues Werk nicht nur Rückbesinnung, sondern weist auch in eine bessere Zukunft, die Zeilen aus „A New Son“ verdeutlichen dies: „You can’t beat the darkness out with your fear / You just turn out the lights / and then watch it disappear / A new son rising on the horizon.“ Dort heißt es auch: „You can always start again“ und Votolatos Neuanfang ist ein gelungener.

Die Songs sind optimistischer und rockiger geraten als zuletzt, wobei in Votolatos Stimme nach wie vor Melancholie, Wehmut und Sehnsucht mitschwingen, auch bei den nach vorne gehenden Titeln, man höre bspw. „White-Knuckles“ oder „Rumi“, das mit Heavy Rock-Gitarren den Grunge Sound wesentlich mitbestimmt. Aber auch die nachdenklichen Momente bleiben nicht aus, „Sawdust & Shavings“ zeigt die weiche Seite des Amerikaners auf. Oder das im Midtempo gehaltene „So Unexpected“ mit schönen Pianolinien und der emotional aufgeladenen Stimme Votolatos.

Wiederholt ist auch die Handschrift von Chris Walla (Death Cab For Cutie) herauszuhören, der dem Ganzen ein modernes, dennoch organisches Klangkleid angepasst hat. Gleichzeitig wurde der Americana Anteil reduziert, „Hospital Handshakes“ klingt schon beinahe nach Classic Rock, aber nach der guten Sorte. Für kurze Momente kommen einem Ryan Adams oder auch Bruce Springsteen in den Sinn. Ganz akustisch wird das finale „The Finish Line“ dargeboten und zu einem echten Herzensbrecher, der an einige Titel von „Televisions Of Saints“ und „True Devotion“ denken lässt.

Anspieltipps:

  • The Hereafter
  • A New Son
  • So Unexpected
  • The Finish Line

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