Whitesnake - The Purple Album - Cover
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Whitesnake The Purple Album


  • Label: Frontiers Records
  • Laufzeit: 73 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Whitesnake arbeiten sich im Stile einer Hobby-Coverband an Deep-Purple-Klassikern ab. Geht es eigentlich noch überflüssiger?

„The Purple Album” ist das mittlerweile zwölfte Studiowerk der Weißen Schlange und eine Hommage an die Zeit von Whitesnake-Boss David Coverdale bei Deep Purple. Dort sang er als Mitglied der Mark-III- und Mark-IV-Besetzung die Longplayer „Burn“ (02/1974), „Stormbringer“ (11/1974) und „Come Taste The Band“ (10/1975) ein, bis Coverdale Deep Purple im Jahr 1976 verließ, um sein eigenes Band-Projekt Whitesnake zu gründen. Fast 40 Jahre später covert er nun mit seiner Band 15 Songs der Deep-Purple-Alben, an denen er beteiligt war. Sicher eine nette Idee, aber auch eine sehr gefährliche.

Denn leichter kann ein Musiker sein eigenes Denkmal gar nicht beschädigen, als mit einem Album, auf dem er sich quasi selbst covert. Dazu kommt, dass die Whitesnake-Fans anno 2015 nicht gerade auf ein Line-up blicken können, das besonderen Rang und Namen hat. Abgesehen von Schlagzeuger Tommy Aldridge werden Musiker wie Reb Beach (Gitarre), Joel Hoekstra (Gitarre) sowie Michael Devin (Bass) gewiss nicht allen Hardrock-Freunden etwas sagen. Als vermeintliche Angestellte der Firma Whitesnake hieß es dennoch „Augen und zu und durch“. Wenn der Chef und die Plattenfirma den Zinnober wollen, dann ab dafür!

So beginnt das Spiel mit dem Feuer sogleich mit einem absoluten Klassiker der Rock-Geschichte: „Burn“. Whitesnake rumpeln mehr oder weniger originalgetreu durch das Ausnahmestück und machen eindrucksvoll deutlich, dass hier nicht Jon Lord, Ritchie Blackmore, Ian Paice und Glenn Hughes zu hören sind, sondern ein bald 64-jähriger David Coverdale mit einer Band, die sich zur Karnevalstruppe degradieren lässt. Denn keinem der Tracks kann in den Neueinspielungen etwas mitgegeben werden, das in irgendeiner Form nennenswert wäre. So arbeitet sich die Band nach bestem Wissen und Gewissen an den berühmten und von Fans geliebten Songvorlagen ab und kann doch nur ratloses Kopfschütteln ernten.

Was ursprünglich als Blackmore/Coverdale-Projekt angedacht war, ist nun also das 12. Whitesnake-Album geworden. Ein überflüssiges Werk, das den beteiligten Musikern keinen Gefallen tut. Denn wie oft muss noch konstatiert werden, dass reine Coveralben in neun von zehn Fällen komplett überflüssig sind und mehr schaden als nutzen?!

Anspieltipps:

  • Mistreated
  • Stormbringer
  • You fool no one
  • Soldier of fortune
  • Lady double dealer
  • Might just take your life
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