Hot Chip - Why Make Sense? - Cover
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Hot Chip Why Make Sense?


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ich hab’ mich nicht verändert. Ich bin derselbe noch wie im letzten Jahr. Warum auch verändern? Hot Chip würde so etwas sagen wie: „Be what you are at the mercy at yours.“

In der Rezension zum letzten Album hieß es, wenn sich nichts ändern würde, wäre „In Our Heads“ das letzte Hot-Chip-Album, das als Empfehlung besprochen werden könne. Wenn eine Band ihr folgendes Album dann „Why Make Sense?“ nennt, stehen die Chancen für Veränderung prinzipiell schon mal gut. Erinnerungen an „Shaking The Habitual“ von The Knife werden wach. Die meinten das ernst. Sollte hier nun tatsächlich nichts Sinn ergeben?

Ein kurzes, stimmverzerrtes „Huarache Lights“, der Beat setzt ein und wir sind sofort im Album. Alexis Taylor macht klar: „I know every single / We play tonight / Will make the People / Just bathe in the light“. Der Albumtitel bezieht sich nicht auf die Musik, sondern gilt als These, dass es im 21. Jahrhundert schwer fällt, einen Sinn in den Dingen zu benennen. Um diesen Themenkomplex drehen sich die zehn Lieder.

Wer sich aufgrund von „In Our Heads“ auf dieses Album gefreut hat, wird in der ersten Hälfte auf seine Kosten kommen. Taylor und Co. orientieren sich bis zum fünften Lied stark am Vorgänger, um ab „White Wine And Fried Chicken“ sanftere Klänge anzuschlagen. Die Beats, beispielsweise von „Huarache Lights“, „Love Is The Future“ oder im besonderen Maße auch „Cry For You“ erinnern stark an etwa „Night And Day“ und eigneten sich nebenbei noch hervorragend für den Soundtrack eines Quentin Dupieux-Films. Das meiste ist irgendwie bekannt. Heraus sticht die Rap-Einlage in „Love Is The Future“, für die Kelvin Mercer von Del La Soul ins Studio gebeten wurde.

Wenn „Started Right“ ausklingt und das starke Doppel „White Wine And Fried Chicken“ und „Dark Star“ anklingt, ist sich zwei Mal kurz zu vergewissern, ob noch die gleiche CD im Spieler liegt. Es wird in Hälfte zwei entspannter, bis im großartigen Titeltrack der gesamte Sound zum Abschluss nochmal zusammengefasst wird. „A new place to stay / Where my heart has permission / To sing all the day“, heißt es im stimmungsmäßig an „Made In The Dark“ erinnernden „White Wine And Fried Chicken“, welches nur von Taylors Stimme getragen wird. Logisch, solche herzzerbrechenden Zeilen wären mit zittrigem Beat unterlegt auch nicht aussagekräftig. Dann ertönt in „Dark Night“ kurz die E-Gitarre in Erwartung eines „Fuck California / You made me boring“, gesungen von Erika M. Anderson, bis man aber mit einem 70er-Jahre Synthie-Beat belohnt wird. Dann setzt Taylors Gesang ein und es geht verheißungsvoll weiter: „I’m calling for an angel / To bring me a dark night, to bind me“.

Völlige Entspannung ist in „So Much Further To Go“ erreicht - zumindest im Verständnis von Hot Chip. Es bleibt festzuhalten: Entspannung bei Hot Chip kommt mit Langeweile gleich. Immerhin: Das Lied wird umkreist von „Need You Know“ und „Why Make Sense?“, den beiden Liedern, die das Album in Zukunft erinnerungswürdig machen werden. Es schließt sich der Kreis. „Why Make Sense?“ nimmt das gemächliche Tempo auf, steigert es und endet da, wo die Reise mit „Huarache Lights“ 45 Minuten zuvor begann, um zwischendurch noch alles zu rechtfertigen: „Why make sense / When the world outside refuses?“. Veränderung? Belanglos!

Anspieltipps:

  • Love Is The Future
  • Dark Night
  • Need You Now
  • Why Make Sense?

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