Gov´t Mule - Stoned Side Of The Mule - Cover
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Gov´t Mule Stoned Side Of The Mule


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 71 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Der letzte Teil der Archiv-Öffnung von Gov`t Mule zum 20-jährigen Dienst-Jubiläum. Die Zusammenstellung von Rolling Stones-Coverversionen stammt vom Halloween-Auftritt aus 2009 und erscheint exklusiv auf Vinyl.

Das Tower Theater in der Nähe von Philadelphia war am 31. Oktober 2009 Austragungsort eines besonderen Konzerts der umtriebigen, vielseitigen Jam-Band Gov`t Mule. An diesem Abend spielten sie eine ganze Show nur mit Rolling Stones-Songs. 13 davon wurden jetzt für die Doppel-LP-Veröffentlichung von „Stoned Side Of The Mule” zusammen getragen. Zugleich ist dies der vierte und letzte Teil der Aufbereitung historischer Live-Aufnahmen, mit dem die Band ihre lange Karriere feiert. Davor gab es die Alben „Dark Side Of The Mule“ mit dem Schwerpunkt von Pink Floyd-Coverversionen, die Zusammenarbeit mit dem Jazz-Gitarristen John Scofield („Sco-Mule“) sowie „Dub Side Of The Mule“, dass auf einer CD die Reggae-Legende Toots Hibbert und auf einer anderen z.B. Gregg Allman als Gast-Stars präsentierte.

Wie so oft bei der Band üblich, gab es auch an diesem Abend wieder erlesene Begleitmusiker. Und zwar Jackie Greene (Phil Lesh, Black Crowes) an der Gitarre und Mundharmonika sowie Steve Elson (Stevie Ray Vaughan, Radiohead, David Bowie) am Saxofon. Einige Interpretationen der Stones-Klassiker sind im Grunde genommen relativ nah am Original ausgerichtet. Bei „Under My Thumb“ wird sogar das Vibraphon-Intro übernommen und für „Paint It Black“ ahmen sie die hohen Sitar-Töne nach. Auch den Funk von „Slave“ kopiert die Truppe fast originalgetreu. Aber da können sich die versierten Rocker bei „Wild Horses“ noch so anstrengen und Einfühlungsvermögen zeigen. Die Version der Flying Burrito Brothers mit Gram Parsons bleibt unerreicht.

Dennoch gibt es Interpretationen die hervorstechen, weil sie eine besondere Sichtweise auf die altehrwürdigen Titel geben. Der „Ventilator Blues“ wühlt tief im schwülen, fiebrigen Sumpf des Blues und wird mit Dreck unter den Fingernägeln gespielt. Hier drückt die Band dem Track aus dem „Exile On Main Street“-Album ihren schwer groovenden Stempel auf. Für „Shattered“ übernimmt Schlagzeuger Matt Abts die Lead-Vocals. Die Gruppe verwandelt den Song in einen stumpfen Kaputt-Rock mit Punk-Haltung. Auch „Can't You Hear Me Knocking“ und „Bitch“ rocken betont trocken und druckvoll, wobei „Can't You Hear Me Knocking“ ein Saxophon-Solo verpasst bekommt und „Bitch“ zusätzlich mit satten Bläsersätzen aufwartet. Es werden insgesamt drei Lieder von „Sticky Fingers“ gecovert. Die Südstaatler verleihen dessen „Brown Sugar“ ein höheres Tempo als im Original, was dem Song gut tut, da es ihm zusätzliche Attraktivität verleiht.

Es gibt wohl keinen Stil, den die Musiker von Gov`t Mule nicht adaptieren können. Dieser Rolling Stones-Tribute transportiert einnehmende Wiedererkennungswerte und birgt zusätzlich ein paar interessante Überraschungen. Deshalb sind diese Mule-Variationen sowohl lohnend für den Gov`t Mule- wie auch für den Rolling Stones-Fan.

Anspieltipps:

  • Ventilator Blues
  • Shattered
  • Bitch
  • Slave

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