Charley Ann - To Your Bones - Cover
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Charley Ann To Your Bones


  • Label: TVOG/UNIVERSAL
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4/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Pop hat bei Charley Ann nur ein Gesicht. Und dieses ist ohne ein paar Schminktricks ziemlich blass.

Irgendwo auf „To Your Bones“ versteckt sich ein richtig anständiges Pop-Album. Mit vollem Gesang und gekonnter Produktion erinnert Charley Ann zumindest an die großen Pop-Damen. Ohne tiefschürfende Botschaften, bleibende Melodien und interessante Strukturen bleiben die Grundzutaten für vernünftige Musik oft auf dem Trockenen. Zwar reichen auch die Highlights des Albums, „Blue Heart“ und „Could I Have Fallen In Love“, nicht an Meisterwerke heran, so haben sie etwas von der frühen Leona Lewis und sind zumindest ein gekonnter Kniefall.

Der Pop mit einer Prise Soul steht Charley Ann ganz gut. Statt sich zu bekennen, geht die Sängerin eher den Weg einer massenorientierten Rihanna und langweilt im Stile von „American Oxygen“ und Co. Lieder wie „The Light“ und „Wake Me Up“ kommen vollkommen ohne Seele aus und treten Klischees breit. Nichts ist dem Zufall überlassen und keine Idee aus dem Herzen heraus geboren. Solche Songs müssen problemlos für Radio, Konzertbesuche und Werbezwecke funktionieren und tun dies auf eine derart vorhersehbare Weise, dass sie kaum jemanden ernsthaft berühren können.

„To Your Bones“ kann sich mit dem Prinzip von Reality-TV vergleichen lassen. Wo das Fernsehen unter strikten Anweisungen den Anschein von natürlichen Ereignissen vorgaukeln möchte, erscheint die Musik auf diesem Album nur als Schatten von mit dem Herzen geschaffener Musik. Es fehlt schlichtweg die Handschrift der Künstlerin, sodass mit Tracks wie „Caramel“ und „Spit Blood“ Fremdkörper mit Fremdkörpern aneinanderstoßen und nie ein schlüssiges Bild abgeben wollen.

Aus dieser Perspektive können „Blue Heart“ und „Could I Have Fallen In Love“ als herausragend gewürdigt werden. Zusammen mit der einen oder anderen Nummer (z.B. „Hitman“ und „No Sleep For The Wicked“) lässt sich zumindest die Vorstellung des eingängigen Pop-Albums aufrecht erhalten. Dieser Frühjahrstraum zerschlägt sich auf „To Your Bones“ dann aber doch zu schnell an generischer Massenware im Stile des Titeltracks. Diese Scheibe versucht nichts und will auch nichts. Nicht von sich selbst und nicht vom Hörer, womit sich die Frage stellt, warum es diese Platte eigentlich gibt.

Anspieltipps:

  • Blue Heart
  • Hitman
  • Could I Have Fallen In Love

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