Bonfire - Glörious - Cover
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Bonfire Glörious


  • Label: Borila ReKords/H'ART
  • Laufzeit: 68 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach fast 30 Jahren schlagen Bonfire mit einem neuen Sänger ein neues Kapitel auf.

Anfang Februar dieses Jahres platzte die Bombe: Nach knapp drei gemeinsamen Dekaden hatte Mitbegründer und Frontmann Claus Lessmann die Band Bonfire verlassen (müssen), weil dieser scheinbar nicht mehr dieselbe Leidenschaft wie früher aufbrachte. Damit wurde unter den Fans der deutschen Hardrocker ein kleines Erdbeben ausgelöst. Denn mehr als alles andere ist eine Stimme mit einer Band verbunden und kann nur in den seltensten Fällen adäquat ersetzt werden, siehe zum Beispiel Judas Priest, Iron Maiden oder auch Accept. Irgendwie hängen die Fans eben an der Originalstimme, egal wie gut die Nachfolge ist. Wochenlange Diskussionen waren jedenfalls die Folge.

Trotzdem geht das Leben auch bei Bonfire weiter, wo Hans Ziller (Gitarre) das Zepter schwingt und mit einem generalüberholten Line-up, bestehend aus Harry Reischmann (Drums), Ronnie Parkes (Bass), Frank Pane (Gitarre) und Neu-Sänger David Reece (Ex-Accept), an den Start geht und dieser Tage das neue Studioalbum „Glörius“ (nur echt mit dem Mötley-Crüe- und Motörhead-Ö) präsentiert - und zwar früher als zunächst gedacht. Denn aufgrund des hitzigen Meinungsaustausches und der frühzeitigen Presse-Berichterstattung – so darf vermutet werden – wurde die Gunst der Stunde genutzt und „Glörius“ schon im April in die Läden gewuchtet.

Im Zusammenhang mit dem neuen Sänger David Reece muss nicht darüber gerätselt werden, ob dieser eine genauso gute Stimmqualität wie sein Vorgänger mitbringt. Dies hat der Amerikaner schließlich längst bewiesen. Der einzige Knackpunkt ist, ob sich der Hörer an das neue Organ im Bonfire-Sound gewöhnen mag. Nicht mehr und nicht weniger. Denn kompositorisch sind die Ziller-Songs über weite Strecken das geblieben, was guten, 80er-Jahre-affinen Hardrock ausmacht. Dieser kämpft anfänglich zwar noch ein wenig mit den zu langen Spielzeiten einzelner Stücke, die nicht ganz nachvollziehbar auf fünf bis sechs Minuten ausgedehnt werden. Doch bei insgesamt 14 Tracks zur Auswahl, finden sich auch heuer wieder ein paar kleine Highlights für Genre-Fans.

Neben Neueinspielungen der Band-Klassiker „American nights“ und „Sweet obsession“ sowie einer verzichtbaren Beatles-Coverversion von „With a little help from my friends“ zu Ehren des verstorbenen Joe Cocker, ragen aus den elf frischen Nummern aber lediglich das phasenweise an Whitesnakes „Here I go again“ gemahnende „Remember“ und der an den Stil von Tobias Sammets (Avantasia, Edguy) Songwriting angelehnte Titeltrack deutlich heraus. Der Rest ist nette bis gute Hausmannskost, die aber nur selten mitreißen kann und ihren Zenit überschritten hat.

Anspieltipps:

  • Remember
  • Shooting star
  • Put out the flames
  • Supernatural disguise
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