Skinny Lister - Down On Deptford Broadway - Cover
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Skinny Lister Down On Deptford Broadway


  • Label: Xtra Mile Recordings
  • Laufzeit: 41 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
8.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Schatten der großen Genre-Vertreter gehen Skinny Lister über weite Strecken unter.

Seit einigen Jahren ist es quasi ein Muss, sich als Folk-Band in der Eigen-PR irgendwann mit Mumford & Sons in Verbindung zu bringen. Klar, der Vorzeigevierer des Genres steht für Massentauglichkeit und kommerziellen Erfolg und es kann sicher nicht schaden, sich als unbekanntere Formation im Glanz der Folk-Könige zu sonnen und ein wenig vom finanziellen Kuchen abhaben zu wollen. Skinny Lister bringen sich wenigstens ganz charmant mit Mumfords Truppe in Verbindung und bezeichnen sich selbst als betrunkene Cousins der „Little Lion Man“-Schöpfer. Sympathisch.

Dabei gelingt es der Band tatsächlich, noch so etwas wie eine Nische im ausgetretenen Segment des Folk zu besetzen. Die Radiotauglichkeit der Vorbilder geht der Band weitestgehend ab, die hemmungslose Scheunenpartystimmung von Bands wie Flogging Molly will beim Hören von „Down on Deptford Broadway“ aber auch nicht so wirklich aufkommen. Skinny Lister nisten sich irgendwo zwischen den selbstbetitelten betrunkenen Mumfords und schlaftrunkenen Flogging Molly ein.

Das hat einige Nachteile: Für den Mainstream taugt die Musik der Briten nicht, es fehlt an catchy Refrains und großen Melodien. Für den volltrunkenen Absturz und das komplette Selbstvergessen von „härteren“ Vertretern des Genres kommt das Album zu brav und zurückgenommen daher. Es ist so eine Sache mit den Nischen: Einerseits macht man mal was anderes (was im Folk-Genre fast schon Magie ist), andererseits, und das haben Nischen so an sich, fehlt es schlichtweg an der Zielgruppe und damit an der Berechtigung für diese Art von Musik.

Gerade im Mittelteil plätschert die Platte bisweilen allzu belanglos vor sich hin. Damit wir uns an dieser Stelle nicht falsch verstehen: Schlecht ist fast kein Song wirklich, alleine es beschleicht einen in jeder Note das Gefühl, dass ein wenig mehr Pep, ein bisschen mehr melodisch große Momente doch schön gewesen wären. Und die findet man dann eben wieder bei den eingangs erwähnten üblichen Verdächtigen.

Anspieltipps:

  • Six Whiskeys
  • Bonny Away
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