Mathias Schüller - Fremder - Cover
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Mathias Schüller Fremder


  • Label: Cactus Rock Records
  • Laufzeit: 109 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Handgemachte und ehrliche deutsche Americana-Songs im Doppelpack.

Mathias Schüller ist ein deutscher Singer/Songwriter, bei dem zwar das Etikett Liedermacher nicht falsch wäre, aber dennoch irreführend, denn seine Titel sind mit Americana verwandt. Ein deutschsprachiges Album ist es dennoch und sogar ein Doppeltes. Schüller ist zudem der Schlagzeuger der in Englisch singenden deutschen Band Songs To The Siren, die sich nach einem Tim Buckley-Titel benannte und ebendiesen sowie artverwandte Künstler covert. Lauter deutschsprachige Eigenkompositionen finden wir auf Schüllers viertem Album „Fremder“, bei dem der Niederrheinländer beinahe alles alleine bewerkstelligt hat.

Schüller spielte alle Instrumente und sang, bei einigen Titeln spielte sein langjähriger Wegbegleiter und Freund HP Hövelmann Gitarre und einige Male griffen Nölli Rissel oder Doc Sitter in die Basssaiten. In dem unter die Haut gehenden „Indien“ hat Brian Krumm von The Great Crusades als Sänger einen Gastauftritt.

Bereits das in schwarz-weiß mit roten Farbelementen gehaltene Cover-Foto-Artwork spiegelt in etwa die Atmosphäre von „Fremder“ wider. Folk, Blues und Rock bringt Schüller auf seinen deutschsprachigen Americana-Nenner. In seinen Texten treffen Philosophisches auf Alltägliches, Sehnsüchte auf revolutionäre Erinnerungen, kurz: Sie beinhalten das Leben in all seinen Schattierungen. Dabei verzichtet er auf Belehrungen und den erhobenen Zeigefinger, bei ihm scheint alles dem Leben abgerungen, handgemacht und ehrlich. Bei den Songs, die Richtung Blues-Rock weisen, ist es wiederholt eine tiefschürfend-schleifende Slide Gitarre, die einem Furchen in die Seele ritzt, die Texte tun ein Übriges.

Das Album, das auf Cactus Rock Records erschienen ist, hat etwas Selbstverlorenes, Fragendes, Zweifelndes und strahlt dennoch Hoffnung aus. Die nachdenkliche Stimmung wird hin und wieder von jenen roten Farbelementen unterbrochen, die auf die Namen Gefahr, Wut und Wille hören. Mit der ehrlichen Haut von Stoppok, dem deutschen Americana-Gefühl eines Tilman Rossmy und den Streifzügen eines Nils Koppruch findet Mathias Schüller auf „Fremder“ seinen eigenen Weg und hoffentlich auch eine größere öffentliche Wahrnehmung. Er hätte es verdient. Respekt auch, dass bei einer Gesamtspielzeit von 109 Minuten (eine Menge Holz) kaum Ausfälle zu verzeichnen sind.

Anspieltipps:

  • Nochmal
  • Fremder
  • Willkommen Tristesse
  • Chakamanka
  • Schwimmen mit den Meerjungfrauen
  • Indien

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