The Staves - If I Was - Cover
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The Staves If I Was


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
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Drei Schwestern aus Watford halten den Neo-Folk-Hype am Leben.

Emily, Jessica und Camilla Staveley-Taylor sind ein Schwestern-Trio aus dem englischen Watford, das in der britischen Folk-Szene seit geraumer Zeit für Aufsehen sorgt und den von Mumford & Songs losgetretenen Neo-Folk-Hype seit 2010 mit diversen EP- und LP-Veröffentlichungen am Leben erhält. Dass The Staves dabei schon bald einen Vertrag beim Major Atlantic Records erhielten, hat die Neugierde des Publikums sicher noch verstärkt, auch wenn bis dato noch keine großen Chart-Einträge zu vermelden waren.

Mit „If I Was“ legt das Folk-Trio nun seinen zweiten Studio-Longplayer vor, der von niemand geringerem als Bon-Iver-Frontmann Justin Vernon (33) im amerikanischen Wisconsin produziert wurde. Zuvor waren The Staves fast drei Jahre am Stück auf Tournee gewesen, was sich im Normalfall extrem auf das Schreiben neuer Songs auswirkt, die häufig in Hotels und im Tourbus entstehen und den Geist des Tourlebens widerspiegeln. The Staves machten dagegen eine Pause vom Songschreiben und fingen tatsächlich erst wieder im Studio von Justin Vernon mit dem Komponieren an.

Dort entstand völlig frei und ohne Druck der Plattenfirma ein Dutzend neuer Akustik-Folk-Tracks, in deren Mittelpunkt nach wie vor der Chorgesang der Staveley-Taylor-Schwestern steht. Darum herum bauten Vernon und die beteiligten Studiomusiker ein leicht entrücktes Hippie-Folk-Klangbild („Damn it all“), das auch gut aus den späten 60er Jahren stammen könnte („Black & White). Dazu griffen The Staves erstmals zu elektrischen Gitarren („Teeth white“), die die Bandbreite des Songwritings allein durch die andersartige Stimmung des Instruments erweitern.

Dies ändert aber nichts daran, dass die Songs über weite Strecke sehr introvertiert und gewöhnungsbedürftig klingen und damit auch für den Moment (noch) keine Kandidaten für die Charts sein können. Auf dem Zettel sollte man die Schwestern dennoch haben. Allein schon für den Mut, bewusst anders zu sein und durch Subtilität zu überzeugen, anstatt den großen Anbiederungshammer zu schwingen.

Anspieltipps:

  • Steady
  • Teeth white
  • Black & White
  • Sadness don’t own me
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