Amenra - Live II - Cover
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Amenra Live II


  • Label: My Proud Mountain/CARGO
  • Laufzeit: 80 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Das zweite Live-Album der belgischen Doom-Dampframmen.

Belgiens Post-Hardcore/Doom-Metal-Jünger Colin H van Eeckhout (Gesang), Mathieu Vandekerckhovem (Gitarre), Levy Seynaeve (Bass), Lennart Bossu (Gitarre) und Bjorn Lebon (Drums) alias Amenra legen 2½ Jahre nach ihrem Studioalbum „Mass V” (12/2012) mit „Live II” – man ahnt es schon – ihren zweiten Live-Longplayer vor. Dieser speist sich aus Mitschnitten von zwei Konzerten aus den Jahren 2012 in Brüssel sowie 2013 im heimischen Kortrijk. Er enthält bei der maximalen Spielzeit einer CD von knapp 80 Minuten vier Stücke des noch immer aktuellen „Mass V“-Albums, das bei Neurot Recordings erschienen ist.

„Live II“ erscheint auf dem deutschen Label My Proud Mountain und enthält in einer etwas merkwürdigen Abmischung für ein Live-Album (das Publikum ist nur zwischen den Songs zu erahnen) den üblichen musikalischen Lavastrom à la Amenra. Das Live-Set setzt sich zusammen aus neun in die Länge gezogenen, sphärischen Klangteppichen, bestehend infernalischem Geschrei, das direkt aus der Hölle zu kommen scheint, sowie donnernden Riff-Eruptionen, die den verstörend wirkenden Wahnsinn aus Musik und Teufelsanbetung so sehr verstärken, dass jede andere Hardcore-Kapelle dagegen wie ein Kasperleverein erscheint.

Scott Kelly (Neurosis), der zusammen mit Amenra in Brüssel für den Song „Nowena | 9.10“ auf der Bühne stand, lobt das Konzert als magische Nacht einer magischen Band, dargeboten vor 1.000 Besuchern. Damit mag er in gewisser Weise Recht haben. Denn das, was Amenra musikalisch sowie mit ihrer Ausstrahlung zelebrieren, ist alles andere als normal und damit ein wichtiger Faktor, um sich im heutigen Music-Biz von der breiten Masse abzusetzen. Nichtsdestotrotz sind die apokalyptischen Klanglandschaften nichts für den Massengeschmack. Dazu ist das Ganze viel zu düster und irgendwie auch zu gleichförmig aufgebaut. Es sei denn, der Hörer nimmt sich die Zeit und seziert jede einzelne Note und die Strukturen der Songs. Aber wer macht das schon…!?

Anspieltipps:

  • Boden
  • Razoreater
  • Dearborn and buried
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