Joris - Hoffnungslos Hoffnungsvoll - Cover
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Joris Hoffnungslos Hoffnungsvoll


  • Label: Four Music/Sony Music
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
3.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Solodebüt des Absolventen der Popakademie Baden-Württemberg.

Vor zwei Wochen stellte sich mit Benedikt „Benne“ Ruchay (25), gebürtig aus Oedheim bei Heilbronn, ein neuer Singer/Songwriter aus deutschen Landen mit seinem Debütalbum „Nie mehr wie immer“ (03/2015) vor. Nun ist ein gewisser Joris Buchholz, ebenfalls 25, aus Vlotho bei Bielefeld, mit seinem Debüt „Hoffnungsvoll hoffnungslos“ am Start. Vorher studierte Joris in Mannheim an der Popakademie Baden-Württemberg und erlernte per Bachelor-Studiengang die Grundlagen der (Pop-)Musik, die es über Talent hinaus ebenso braucht. Damit reiht sich Joris in die Liste bekannter Absolventen wie Konstantin Gropper (Get Well Soon), Wallis Bird, Johanna Zeul oder auch Maike Rosa Vogel ein.

Da die Presseinfo zu „Hoffnungsvoll hoffnungslos“ leider sehr viel um den heißen Brei herumschwafelt und nur das Allernötigste über den Künstler verrät, muss der geneigte Konsument auf Gevatter Google zurückgreifen, wenn er mehr über Joris Buchholz wissen möchte. Und siehe da! Recherchiert man Joris‘ Studienjahrgang im Internet, ist zu erfahren, dass er in einer Band namens Oakfield gespielt hat, mit der er im Januar 2012 die EP „Sparks“ veröffentlichte, bevor er eine Solokarriere anstrebte. Erhalten geblieben ist dabei der Bassist Tobias Voges, der auch auf „Hoffnungsvoll hoffnungslos“ zu hören ist, das von Mic Schröder (Glasperlenspiel, Unheilig, Max Herre, Die Happy) und Ingo Politz (Lena, Silbermond, X-Perience, Faun) produziert wurde.

Unter Vertrag steht Joris bei Four Music (Kontra K, Mark Forster, Marteria, Sizarr, Miss Platnum, Balbina), die ein sehr gutes Händchen für junge Künstler haben und den Songschreiber mit seiner Band machen ließen, ohne ihnen externe Songwriter auf den Hals zu hetzen. Das zeigt Vertrauen, birgt aber unter Umständen auch ein Risiko. Doch auf Joris ist Verlass. Fast schon zu routiniert kredenzt er dem Hörer deutschsprachigen Songwriter-Pop ohne besondere Ausfälle, aber auch ohne merkliche Highlights. So holt der mitreißende Uptempo-Opener „Neustart“ den Hörer gekonnt ab, während „Herz über Kopf“ nur minimal gedrosselten Indie-Pop bietet. Und dann ist auch schon die Zeit für die erste Power-Ballade gekommen, die Joris‘ Stimme neben sanften Pianoklängen in das Zentrum rückt („Feuerwerk“).

Auf diese Weise lässt sich bereits nach wenigen Songs eine gewisse Formelhaftigkeit im Songwriting und in den Texten des 25-Jährigen erkennen. Es sind die üblichen Stories von früher („Schwarz-Weiß“), klassische Herzschmerz-Geschichten („Schnee“) und vertonte jugendliche Aufbruchsstimmung („Sommerregen“). Dazu werden hier und da ein paar Klischees mitgenommen, allerdings nie ohne eine gewisse Grundsympathie zu verlieren. Im Vergleich zu Benne greift Joris dabei gerne zu den größeren musikalischen Gesten und betont diese mit auffälligen Ohoho-Chören („Hoffnungslos hoffnungsvoll“, „Hollywood“, „Stadt in den Wolken“). Für den Anfang ist das nicht schlecht, doch im direkten Vergleich gewinnt das Debüt von Benne.

Anspieltipps:

  • Neustart
  • Feuerwerk
  • Sommerregen
  • Schwarz-Weiß
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