East Cameron Folkcore - Kingdom Of Fear - Cover
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East Cameron Folkcore Kingdom Of Fear


  • Label: Grand Hotel Van Cleef/INDIGO
  • Laufzeit: 61 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein bisschen von allem ist am Ende ein bisschen zu viel. Respekt verdient dieses Konzept-Album trotzdem.

Der Gesang ist zwischen Folk und Hardrock zu verorten. Die Musik bedient sich je nach Belieben bei jedem erdenklichen Genre, sodass Mariachi-Gedächtnis-Bläser gerne an Prog-Rock-Drums abgeben, um doch in der Titel gebenden Kneipen-Folk-Ecke zu landen. In ihrer Heimat in Texas und den Vereinigten Staaten von Amerika insgesamt gelten East Cameron Folkcore oftmals als zu politisch, doch wer dafür bei diesem überbordenden Ensemble noch genug Ohr übrig hat, der hat den schwersten Teil bereits geschafft.

Und nur um den Punkt gnadenlos nach Hause fahren zu können, gönnen die Südstaatler weder sich noch den Hörern echte Ruhepausen. Als Konzept-Album angelegt, fließen die Tracks ineinander und greifen wie im Fall von beispielsweise „Into Hells Sea“ auf Motive und Texte vorangegangener Titel zurück. Hier ergibt sich auch gleich das kleine Problemchen des Albums. Nachdem das Album zu Beginn mit dem Titeltrack großangelegten, innovativen Folkrock verspricht, können die Titel bald nur noch schwer auseinandergehalten werden. Zu oft dürfen alle Instrumente und Einflüsse zur selben Zeit ran und durch die flüssigen Übergänge wirkt bald alles wie ein großes Lied. Im Gegensatz zu einem „Frances The Mute“, welches ebenfalls von einem Track zum nächsten gleitet, fehlen „Kingdom Of Fear“ die mitreißenden Momente, die zu inbrünstigem Selbersingen und Luftgitarrenspiel einladen.

Vielleicht hätte ein Schritt weiter in das Progressive-Becken geholfen. Das Album hätte von Interluden und Ruhephasen profitieren können. Auch das im Opener „What The Thunder Said“ genutzte Spoken-Word-Prinzip hätte im Stile der „Stamp Of Origin“-Stücke auf „ The Parrot The Delusion. Wenn die Lieder wie ein guter Wein Zeit zum Atmen bekommen, dann können nahezu alle Stücke auf „Kingdom Of Fear“ glänzen. Zwar fallen echte Hits aus, doch als leicht zugängliche politische Nachdenkhymnen bieten sich Titel wie „Fracking Boomtown“ und „Protest Hero“ problemlos an.

Besonders dass viele, aktuell und in den letzten Jahren interessante Themen konsequent aufgegriffen werden, ist ein Extralob am Rande wert. Wenn diese Botschaften jetzt auch aus musikalischer Sicht mehr Relevanz in den Gehörgängen einnehmen, dann sind East Cameron Folkcore nicht nur eine lobenswerte, sondern eine rundum empfehlenswerte Truppe.

Anspieltipps:

  • Kingdom Of Fear
  • Newspeak
  • Fracking Boomtown

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