Josh Groban - Stages - Cover
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Josh Groban Stages


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 54 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Tolle Stimme, schöne Arrangements - und doch ist dieses Album mit den schönsten Musical-Melodien überflüssig wie ein Kropf.

Nachdem das bis dato letzte Studioalbum von Josh Groban, „All That Echoes“ (03/2013), künstlerisch eine herbe Enttäuschung war, weil die von diversen hochkarätigen Pop-Songschreibern angelieferten Songs einfach nicht funktioniert haben, geht der 34-jährige Sänger mit seinem neuen Album etwas mehr zu seinen klassischen Wurzeln zurück. Denn „Stages“ präsentiert eine Auswahl der aus Grobans Sicht 13 größten Broadway-Songs aller Zeiten, für deren Interpretationen der Kalifornier so richtig schön in die Bombast-Kiste greifen konnte, um genüsslich Klassik, Pop, Theater und Musical miteinander zu vermischen.

Neben Duett-Gästen wie Audra McDonald, Kelly Clarkson und Chris Botti, wurde Josh Groban dazu von einem 75-köpfigen Orchester unterstützt, das für den entsprechenden Druck und die richtige Portion Schmalz sorgt, um die von Humberto Galica und Bernie Herms produzierten Stücke ins rechte Licht zu rücken. Denn wer sich Melodien aus „A Chorus Line“, „Das Phantom der Oper“, „Der Zauberer von Oz“, „Les Misérables“ oder auch „Chess“ aussucht, muss schon das ganz große Besteck herausholen.

So weit, so gut. Die Frage ist nur, woher dieser Longplayer seine Spannung beziehen soll, wenn 13 hinlänglich bekannte Musical-Stücke in satten und sicher hervorragend arrangierten Orchestergewändern sowie mit der klassisch ausgebildeten Tenor-Stimme Grobans im Verbund vorgetragen werden. Die Antwort: Leider nirgendwoher. Denn „Stages“ ist in dieser Konstellation nur für Langeweile auf höchstem musikalischem Niveau vorbestimmt. Oder möchte irgendjemand ernsthaft behaupten, dass die x-te Interpretation von „Somewhere over the rainbow“ oder auch „You’ll never walk alone“ in dieser oder irgendeiner anderen Form noch eine Notwendigkeit besitzt?

Noch einmal: Josh Grobans Stimme steht prinzipiell außer Kritik, auch wenn er auf „Stages“ in bestimmten, zumeist höheren Tonlagen etwas an Souveränität einbüßt. Und auch die Art und Weise, wie die meisten Stücke arrangiert wurden, gibt keinen Anlass zu Debatten. Doch es geht nun mal nichts über neue und unbekannte Songs, die vor kaltem Kaffee wie „Stages“ jederzeit den Vorzug erhalten würden.

Anspieltipps:

  • Anthem
  • If I loved you
  • What I did for love
  • You’ll never walk alone
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