Therapy? - Disquiet - Cover
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Therapy? Disquiet


  • Label: Plastic Head/SOULFOOD
  • Laufzeit: 42 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Gegensatz zur erhofften Wirkung einer Therapie wird „Disquiet“ auch mit weiteren Sitzungen nicht merklich besser.

Therapy? geben sich im Grunde seit jeher Mühe, in ihrem jetzt über 20 Jahre anhaltenden Bestehen nie zu ähnlich zu klingen. Irgendeine kleine Veränderung gibt es immer auszumachen und irgendwie hat es ihre Fans immer glücklich (genug) gemacht. Auf „Disquiet“ geht es ungewohnt harmonisch zu, sodass eingängige Melodien im Vordergrund stehen. „Tides“ und „Good News Is No News“ stellen das Konzept von eingängig bravem Rock mit akustischer Wucht dahinter vor und der Zuhörer macht sich schnell ein Bild, das nicht nur positive Schlüsse zulässt.

Die 42 Minuten auf dem neuen Album lassen sich gefühlt in eine knappe halbe Stunde komprimieren. Schon bei den zwei genannten Stücken schleichen sich nämlich bösartige Wiederholungen ein. Die Tracks schwelgen in ihren Refrains und wiederholen sie ohne ausgebaute Intensität oder inhaltliche Not. Es wird kein Punkt durch sie verstärkt und so können Hörer mit gutem Ohr am Ende jeden Chorus mitsingen, was aber an der Anzahl der Wiederholungen liegt und nicht daran, dass man es wirklich will. Allein die wirklich kurzen Titel wie „Still Hurts“ und „Idiot Cousin“ können einen gesunden Spannungsbogen aufrechterhalten. Das macht sie noch nicht zu herausragenden Tracks, doch zumindest können Melodie und Härte Hand in Hand funktionieren, bevor sie sich abnutzen.

„Words Fail Me“ sind genau diese Art von Lied, die für nicht einmal drei Minuten für ausgepowerte Zuhörer sorgen sollen und darüber hinaus keine Aufgabe erfüllen müssen. Sobald das Album mit „Helpless Still Lost“ und „Insecurity“ mehr Aufmerksamkeit verlangt, kann den Liedern die Eintönigkeit deutlich angehört werden. Meistens brettert der Sound wie im Abschlusstitel „Deathstimate“ zwar durchgängig schön aus den Boxen, doch hinter der Kraft können sich keine erinnerungswürdigen Momente hervortun.

Irgendwann nickt der Kopf nur noch geistlos, weil der Rhythmus es so vorgibt, ohne zu wissen, was da eigentlich noch gehört wird. Sich schütteln und weitermachen, sollte die Devise der Band sein, da Fans auch weiterhin die Essenz der Band ausmachen können, auch wenn „Disquiet“ aufgrund seiner letztlich sehr kurzweiligen Einfachheit mehr für Zwischendurch gedacht ist. Spätestens mit dem nächsten Album wird sich jeder eingestehen können, dass diese Scheibe zwar niemanden gestört hat, aber auch kaum auf irgendwelchen Favoriten-Listen überdauert hat. Richtig glücklich wird damit wohl kaum jemand, aber vielleicht zumindest glücklich genug.

Anspieltipps:

  • Still Hurts
  • Words Fail Me
  • Fall Behind

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