SpitFire - Welcome To Bone City - Cover
Große Ansicht

SpitFire Welcome To Bone City


  • Label: Rookies & Kings/SPV
  • Laufzeit: 47 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Das zweite Album der Münchner Hardrocker macht viel richtig, aber auch einiges falsch.

Ob es wirklich klug ist, sich als Band SpitFire zu nennen, wenn dies bereits diverse andere Gruppen tun, lassen wir mal dahingestellt. In Sachen Wiedererkennbarkeit und potenzieller Rechtsstreitigkeiten gibt es jedenfalls ein paar Punkte, die eher suboptimal sind. Aber sei’s drum. Mit SpitFire aus München kämpft seit vier Jahren nun eben eine weitere Combo unter dem geschichtsträchtigen Namen um die Gunst des Publikums, wobei sich die Herren Dick Dropkick (Gesang, Gitarre), Johnny Jailbreak (Bass) und Nikk Nitro (Drums) dem klassischen Hardrock verschrieben haben, der sich aus Rockabilly- und Metal-Einflüssen speist. Wer in diesem Zusammenhang an die Dänen von Volbeat denkt, liegt gar nicht so falsch.

Mit „Welcome To Bone City“ legt das Trio sein inzwischen zweites Studioalbum vor, nachdem es mit dem Debüt „Devil’s Dance“ (04/2013) bereits einen überraschenden Chart-Entry zu verzeichnen gab. Das lag sicher auch an der guten Öffentlichkeitsarbeit ihres Labels Rookies & Kings, bei dem u.a. Frei.Wild, Serum 114, Hämatom und Matt Roehr (Böhse Onkelz) unter Vertrag stehen. Und wer mit einer Band wie Frei.Wild auf Tournee gehen kann, hat zudem das Glück, in ausverkauften Hallen spielen zu können, die gewiss nicht zu den kleinsten des Landes zählen.

„Welcome To Bone City“ wurde im Studio von Musiker, Produzent und Toningenieur Alex Lysjakow (Frei.Wild, Down Below, The Jury And The Saints, Hämatom) betreut. Er festigte den bewusst etwas klischeehaften Sound der Bayern, zu dem auch die betont tiefe Stimme von Dick Dropkick gehört, der sein scheinbar überschüssiges Testosteron irgendwie nicht abgebaut bekommt. So gibt uns Herr Dropkick den röhrenden Hirsch, während seine Kollegen eine schwer stampfemde Rhythmus-Lokomotive anschieben, die sich ab und an in Nickelback-Gefilde vorantraut („Battlefield“).

Auch wenn SpitFire dem Hardrock-Genre nichts Neues abgewinnen können (und das scheinbar auch nicht wollen – muss ja auch nicht…), macht das eine oder andere Riff-Feuerwerk in Stücken wie „Hell & high water“, „Here we go“ oder auch „Bridges burned“ durchaus Spaß. Die Band kombiniert Härte mit Eingängigkeit und macht damit alles richtig, wenn es darum geht, sich als Anheizer für die anstehende Festival-Saison zu bewerben. Allerdings wird im Laufe des Albums auch recht deutlich, dass die Ideen-Vielfalt des Trios nur schwer über die Länge des gesamten Longplayers trägt. So wird die Luft hintenheraus immer dünner und lässt sogar Anflüge von Langeweile aufkommen. Etwas weniger wäre hier definitiv mehr gewesen.

Anspieltipps:

  • Battlefield
  • Bone city radio
  • Hell & high water
  • Last gang in town
Neue Kritiken im Genre „Hardrock“
Diskutiere über „SpitFire“
comments powered by Disqus