ODi - Maslow´s Songbook - Cover
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ODi Maslow´s Songbook


  • Label: Songs & Whispers/Broken Silence
  • Laufzeit: 47 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Unschuldig naive Musik für all die Romantiker, die mit elektronischen Klängen nichts anfangen können.

Lang, lang ist es her, dass eine damals kleine Band namens Coldplay mit ihrem Debüt für Aufsehen sorgte. Dabei ist dieses Debüt kein musikalischer Meilenstein, sondern punktete vielmehr durch die glaubwürdig übertragenen Emotionen. Natürlich gibt es noch viel bessere, aber kaum erfolgreichere Beispiele von Bands um die Jahrtausendwende, die aus wenig viel machen konnten. Zwar ist ODi keine Rock-Sängerin, doch sie schreckt nicht vor einem seichteren Gitarren-Sound zurück, der stets unschuldig und hoffnungsvoll erscheint. Die große Hürde für sie ist es dabei, nicht harmlos zu wirken.

Mehr als gemächlich geht es auf „Maslow's Songbook“ nicht zur Sache. Genauso selten versucht ODi aber auch, durch Herzschmerzminimalismus Hörer zu gewinnen. Balladen wie „Make It Better“ sind die Ausnahme unter optimistisch vorgetragenen Kleinoden. Das kann die Single „Something Beautiful“ verkörpern, die mit sanften, jedoch bestimmten Gitarren den Liedern zusammen mit dem Gesang genug Tiefe geben. Wenn „Leaving My Love In New York“ sich langsam zu einer Hymne aufbaut, darf ODis Stimme nie in den Hintergrund geraten. Die von ihr transportierten Worte haben stets Gewicht, welches den Liedern mögliche Vorhersehbarkeit nimmt. Die Melodien passen sich dabei immer der Stimme an und umgarnen die von ihr erzählten Geschichten.

Es ist nur schade, dass sich die Irin nur in „One In A Million“ und „I'm Done“ von einer dunkleren und irgendwie auch verführerischen Seite zeigt. Mit tiefer Stimme und kühler Distanz fühlt sich die Narrative dieser Tracks gänzlich anders an, was dem Album zusätzliche Abwechslung verleiht. Durch die sehr auf wenige Elemente konzentrierte Musik wirkt „Maslow's Songbook“ oftmals limitiert, auch wenn die einzelnen Lieder stets ihr Soll erfüllen. Es ist der übergreifende Klang, der zwar funktional, nicht aber packend ist. Die deutliche Hervorhebung des Gesangs und der Texte ist durchaus löblich und auch dass die Stimmungen passen. Darüber hinaus verlieren sich die Melodien aber auch in jeder Eigenständigkeit, was ein bleibendes Problem dieser Scheibe ist. Sobald die Ebene des Texts verlassen wird, ist das Album nie mehr als brauchbarer Durchschnitt. Geschichtenliebhaber werden darin allerdings keine großen Probleme sehen und sich in den Alltagsweisheiten aus Irland verlieren.

Anspieltipps:

  • Maslow's Love Song
  • Something Beautiful
  • One In A Million

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