Apophys - Prime Incursion - Cover
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Apophys Prime Incursion


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 39 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
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Der Soundtrack zu einer düsteren Science Fiction-Dystopie: Unbarmherzig, kompromisslos und mit nur kleinen Lichtblicken.

Als Gorefest im Jahr 2009 die Segel strich und God Dethroned zwei Jahre später das Zeitliche segnete, verloren die Niederlande zwei ihrer bekanntesten Death Metal-Exporte. Wie es sich für musikbegeisterte Vollblutmusiker gehört, mussten die Fans allerdings nicht lange auf ein Nachfolgeprojekt oder ein frisches All Star-Team warten, denn mit den bereits länger in der Thronfolge-Pipeline befindlichen Hail Of Bullets oder den 2012 gegründeten Apophys gibt es nun tödlichen Nachschlag, der bei letztgenannter Band nach ihrem viel beachteten Demomaterial mit „Prime Incursion“ ein erstes offizielles Lebenszeichen zu Tage fördert.

Mit einer Mischtruppe aus Bands wie den bereits erwähnten God Dethroned sowie Prostitute Disfigurement, Detonation und Toxocara hacken Kevin Quilligan (Gesang), Sanne van Dijk (Gitarre), Koen Romeijn (Gitarre), Mickeal Schuurman (Bass) und Michiel van der Plicht (Schlagzeug) auf ihrem Debüt alles kurz und klein und spucken auf kurze Ansätze von melodischen Ausflügen mit unerbittlicher Härte und konsequenter Nackengymnastik. Im Grunde klingen die Kompositionen von Apophys wie Gorefest kurz vor dem Ruhestand, jedoch mit wesentlich mehr Scheißegal-Attitüde. Wenn die Doublebass einem das Gesicht zerfetzen soll, dann macht sie das auch und zwar ohne Rücksicht auf den bisherigen Verlauf des Tracks.

Das führt zu einigen halsbrecherischen Begebenheiten wie undurchdringlichen Grooves, mit denen man ganze Wohnblöcke in Schutt und Asche legen könnte („Requiem for the absurd“), Stakkato-Riffs, die keine andere Aufgabe haben, als Nachforschungen über das durch sie zugefügte Schleudertrauma anzustellen („The antidote“), oder einem genialen Breakdown in „The final step“, wo neben dem ganzen Gegrunze plötzlich ein heiseres Vocal-Feature den Moshpit zum Kochen bringt. In den restlichen Nummern verlassen sich Apophys dummerweise zu sehr auf ihr technisches Können und prügeln souverän saftiges Todesblei aus ihren Instrumenten, spätestens nach zwei, drei Durchgängen fangen einige der Stücke allerdings schon nach Monotonie und alten Socken zu riechen an und können maximal mit ihrem Aggressionslevel punkten. Als Einstandswerk für eine völlig unbekannte Truppe hätte „Prime Incursion“ vielleicht noch einen Punkt mehr verdient, hinsichtlich der Vergangenheit der einzelnen Mitglieder darf man aber durchaus enttäuscht sein.

Anspieltipps:

  • The Antidote
  • The Final Step
  • Requiem For The Absurd

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