The Amazing - Picture You - Cover
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The Amazing Picture You


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 64 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Träumerischer Gitarrensound aus Schweden. The Amazing liefern eines der Überraschungsalben des Jahres.

Christoffer Gunrup ist ein weitestgehend unbekanntes kleines Genie. Zusammen mit seinen schwedischen Kollegen von The Amazing gelang es ihm, eines der vielleicht spannendsten Alben des Jahres 2015 zu veröffentlichen und dabei in die Fußstapfen der größten Gitarrenbands aus Gegenwart und Vergangenheit zu treten, ohne sich darin zu verlieren. „Picture You“ ist ein Album, das beim ersten Durchlauf komplex und verschlossen wirkt und bei jedem weiteren seine allgegenwärtige Schönheit immer ein kleines Stück mehr offenbart. Eine derartige Verliebtheit in ausufernde hypnotische Melodien fand sich so zuletzt wohl nur auf dem jüngsten Überalbum von The War On Drugs 2014. Psychedelic Rock in seiner kompliziertesten aber auch intensivsten Form.

Will man das Schaffen der Schweden mit einem Wort auf den Punkt bringen, wird der Begriff „atmosphärisch“ der Musik wohl am besten gerecht. Jeder der zehn Songs von „Picture You“ erzählt eine eigene Geschichte. Die Stilmittel, derer sich Gunrups Band bedient, bleiben stets gleich und erzeugen auch auf Albumlänge ein träumerisches Meer aus herrlich ruhigen und bisweilen ausufernden Gitarrenparts, umschmeichelnden Keyboard-Sounds und einem sphärischen, aber nie langweiligen Gesang des Frontmanns. Ausbrüche aus der ruhigen Grundstimmung finden sich nicht, umso beeindruckender ist die Vielschichtigkeit der Platte.

Highlight ist dabei der Titeltrack, der auf knapp zehn Minuten alles hervorholt, was das Genre zu bieten hat. Vor allem die charismatische Gitarre, die Gunrups Vocals trägt und dabei noch besser hervorhebt, fällt positiv auf. Ein großartiger Song, der plötzlich bricht, der Gitarre ihre verdiente Bühne lässt und so angenehm vor sich hin wabert. Es sind diese Momente, die dafür sorgen, dass die Abwechslung auf „Picture You“ nie zu kurz kommt und dem Album einen beeindruckenden Facettenreichtum verleihen.

Wer dachte, nach „Lost In The Dream“ wäre im ruhigen Gitarrensegment bis auf weiteres der Höhepunkt erreicht und das Machbare ausgelotet, wird mit „Picture You“ eines Besseren belehrt. Eine der interessantesten Platten des Jahres 2015, so viel steht schon jetzt fest, kommt aus Schweden.

Anspieltipps:

  • Broken
  • Picture You
  • Circles
  • The Headless Boy

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