Stornoway - Bonxie - Cover
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Stornoway Bonxie


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Frühling kündigt sich plakativ mit Vogelgezwitscher und einer Menge starker Melodien an.

Auf den Punkt genau offenbart sich Stornoways neues Album „Bonxie“. Das nach den Raubmöwen benannte Album sprüht vor Atmo-Aufnahmen von Häfen und besagten Vögeln, sodass sich Hörer kaum der frischen Brise des Albums entziehen können. Dazu klingt alles noch so optimistisch und weich, dass schwerlich an eine andere Jahreszeit als die der Verliebten gedacht werden kann. Bezeichnenderweise wird es für Hörer aller Art unmöglich sein, nach dem Hören dieses Albums „Josephine“ allzu schnell aus dem Kopf zu bekommen. Als Seemanns-Shanty getarnter Akustik-Pop ist dabei nur die Spitze einer wirklich schön gelungenen Flut an guten Melodien, die den einen oder anderen Musik-Verlust der letzten Jahre abschwächen können.

Niemand wird Keane ernsthaft böse sein, dass sie ihre Karriere mit „Strangeland“ auf einem Hoch beendet haben. Seitdem suchen einige aber immer noch eine präsente Alternative zu den weichen, aber energetischen Klängen der Band. Genau in diese Sparte könnten sich Stornoway mit „Bonxie“ quetschen. Auch wenn das genannte Shanty „Josephine“ eher an die Intimität von Death Cab For Cutie erinnert, sind die Parallelen deutlich auszumachen. Die Vorab-Single „Get Low“ ist nur eines von vielen Beispielen, das stark an die geradlinigen Klänge Keanes erinnern. Gleichzeitig sind auch Death Cab For Cutie als Vorbild zu erkennen, wenn neben „Josephine“ auch „The Road You Didn't Take“ sich in ähnlichen traumartigen Sphären aufhält.

Das bedeutet jedoch nicht, dass sich Stornoway auf ihrem neuen Album als reine Kopie präsentieren. Sie setzen deutlicher auf klassischen BritPop als Keane und auch wenn die verträumten Gitarren oft an Death Cab For Cutie erinnern, gibt die Band Liedern wie „We Were Giants“ mit sehnsüchtigen Geigen einen eigenen Stil, der den Folk etwas hervorhebt. Das Sinnbild an Eigenständigkeit auf dem Album ist „Heart Of The Great Alone“, das sich als erwachsener Rock entspinnt und frei von genannten Vorbildern, aber doch ins Bild passend erklingt.

Zum Auftakt des Albums kann man als Hörer noch das Gefühl bekommen, dass die Band mäßige Strophen mit dem Chorus und ihrem Melodiegespür retten müsse. Gerade die zweite Hälfte mit eingängigen und potenziellen Hits wie „When You're Feeling Gentle“, „Josephine“, „The Road You Didn't Take“ und eben „Heart Of The Great Alone“ verdeutlicht das Talent der Band eindrucksvoll. Da werden zu verspielt Zuckerschock erregende Ausrutscher wie „Lost Youth“ und das eine oder andere Mittelmaß gerne hingenommen. Nicht nur das Frühjahr 2015 darf derart optimistisch für Pop-Freunde klingen.

Anspieltipps:

  • Heart Of The Great Alone
  • Josephine
  • The Road You Didn't Take
  • When You're Feeling Gentle

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