Elliott Murphy - Aquashow Deconstructed - Cover
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Elliott Murphy Aquashow Deconstructed


  • Label: Blue Rose Records
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
9.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ideen muss man haben! Elliott Murphy hat sein 42 Jahre altes Debütalbum noch einmal eingespielt.

„Aquashow” ist der Titel des im Jahr 1973 auf den Markt gebrachten Debütalbums von Elliott Murphy (66). Nun, satte 42 Jahre später, veröffentlicht der in New York geborene und in Frankreich lebende Singer/Songwriter, der seit 20 Jahren zum Roster des süddeutschen Roots-Rock- und Americana-Labels Blue Rose Records zählt, mit „Aquashow Deconstructed“ eine komplette Neueinspielung der zehn Tracks seines damals von der internationalen Presse gefeierten Erstlings.

Wie wir wissen, ist Elliott Murphy seitdem nicht wie proklamiert zum neuen F. Scott Fitzgerald, Bob Dylan oder auch Lou Reed geworden. Doch hätte er sich nicht im Laufe der vergangenen vier Dekaden eine treue Fangemeinde aufgebaut, würde es heute gar keine Chance für ihn geben, sein Debüt aus den Augen eines 66-jährigen Musikers neu zu betrachten, der es mit den Mitteln der aktuellsten Studiotechnik und aufgefrischten Arrangements noch einmal einspielen kann.

So ist es mehr als nur ein nostalgisches Erlebnis, wenn Elliott Murphy die Songs, die er als Twentysomething geschrieben und eingespielt hat, heuer als gestandener Musiker im gesetzten Alter einer Frischzellenkur unterzieht und u.a. mit seinem alten Weggefährten Olivier Durand sowie seinem Sohn Gaspard noch einmal zum Besten gibt. Das Flair der 70er Jahre ist dabei so gut es ging erhalten geblieben, sodass auch heute noch spürbar ist, warum die Presse Elliott Murphy damals über den grünen Klee lobte. Der Sänger und Songschreiber bot nämlich schon damals Parallelen zu Kollegen, die kommerziell mindestens zwei Klassen höher spielten, aber auch nur mit Wasser kochten.

So hört man das Ungestüme des jungen Bruce Springsteen in „Graveyard scrapbook“ heraus (nur echt mit Mundharmonika!), erlebt das Erzählerische eines Tom Petty in „Poise ‘n pen“ und spürt den Verve des elektrifizierten Bob Dylan („White middle class blues“). Das Ganze klingt in sich geschlossen und auch in den neuen Arrangements gut, aber eben auch nicht so überragend wie es Dylan, Petty und Springsteen vorgemacht haben, womit wieder einmal deutlich wird, warum Elliott Murphy nie in derselben Liga spielte.

Anspieltipps:

  • Like a great Gatsby
  • Graveyard scrapbook
  • Last oft he rock stars
  • White middle class blues
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